Brummend summte die Fliege durch den Raum. Das tat sie schon seid Stunden, ein und derselbe Ton und immer im Kreis. Neben seinem Atem und das Rauschen des Blutes in seinen Ohren, war es das einzige Geräusch hier im Armenhaus. Ruhe. Absolute, totale Ruhe. Die paar hellen Kerzen welche den Raum erhellten warfen flackernde Schatten auf die Wand mit den unterschiedlich grauen Steinen. Hier und da sah man ein paar Staub Flusen durch die Luft schwirren, oder eine Ameise über den alten Dielenboden wandern.
Seufzend lehnte Eik wieder seinen Kopf an den alten Stützbalken hinter ihm, welchen er als Rückenlehne missbrauchte. Der Geruch von kalter Suppe, altem Schweiß und allerlei anderer Ausdüntungen welche die ein und ausgehenden Leute so von sich gaben, lag in der miefigen Luft. Eigentlich mochte er die Ruhe, mochte es wenn er allein und nur für sich war. Was wohl daher stammte das er es normalerweise nicht anders gewohnt war... Früher jedenfalls. Aber zur Zeit, dürstete es ihn immer mehr nach anderen Leuten. Natürlich nur Leuten die er kannte! Denn absolut Fremden misstraute er nach wie vor. Aber dennoch... Er hatte Gefallen daran gefunden von Leuten umgeben zu sein die er kannte und die man ohne Probleme als Freunde bezeichnen konnte. Hier und dort sahen natürlich Leute vorbei, aber dazwischen war es stinklangweillig. Nun gut, er verbrachte seine Zeit ja auch nur damit das er auf dem Boden saß und... das Zimmer anstarrte oder schlief. Er fühlte sich solangsam Träge, abgestumpft. Den morschen Dielenboden, die alte Holzdecke, die rissigen Balken sowie die unterschiedlich grauen Steine der Wände konnte Eik bald nichtmehr sehen. Er rutschte leicht hin und her, immerhin hatte er von dieser Billie ein Kissen hinter den Rücken geschoben bekommen. Dadurch war der Balken nicht ganz so hart. Aber dennoch... er musste raus! In dieser Ruhe, dieser Gefangenschaft... würde er noch durchdrehen... Er mochte Gebäude, geschlossene Räume eh nicht so gerne... Draussen, da war er frei. An der frischen Luft, den Himmel über dem Kopf und den Wind im Haar. Sein Blick fiel zu der kleinen Holzschatulle, welche zwei Armlängen von ihm entfernt auf dem roten Teppich stand. Eik schluckte kurz und biss sich auf die Unterlippe. In der kleinen Holztruhe befanden sich bunte Lederbänder, kleine Holzperlen mit Löchern sowie verschiedenfarbige Federn. Rot, braun, gelb, grün, blau, orange.. Eine bunte Farbmischung eben. Er hatte das bei Tellin gesehen, dem Besitzer des Armenhauses. Ein netter Mann. Dieser trug nämlich ein Geflecht aus Muscheln, Perlen und dergleichen hinten in seinen Haaren. Eik fand das ziemlich interessant, irgendwie sogar recht schick, weshalb er das seitdem ebenfalls haben musste! Und da er keine Ahnung hatte wo er Muscheln oder Perlen hernehmen sollte, hatte er sich einfach Federn, Holzkugeln und Lederbänder zusammengesucht. Er hatte die Idee Reia erzählt und sie darum gebeten ihm dabei zu helfen, das ganze musste wohl vorgestern gewesen sein. Bisher hatte sie ihm jedoch noch nicht dabei geholfen und Eik kamen langsam leichte Zweifel ob sie das überhaupt vorhatte. Vielleicht gefiel es ihr garnicht und sie will es ihm nur nicht sagen? Wanderte es durch seine Gedanken. Oder vielleicht hatte sie es auch einfach vergessen. Mit grübelnder Mimik blickte er zu der Kiste, während er seine Unterlippe kaute. Er kam sich hier allgemein recht vergessen vor. Noch ein Grund weshalb er hier raus musste... koste es was es wolle, notfalls würde er es auch alleine schaffen!.. Irgendwie. Vielleicht sollte er...? Nein... das war zu gefährlich, zudem hatte er Angst das ihm danach der Arm oder sein Fuß wieder schmerzten. Obwohl das nun schon seid einiger Zeit nichtmehr der Fall war... Er hatte lediglich nur noch nicht wieder volle Kraft in seinem Arm und seinem Fuß. Also sollte er vielleicht doch...? Fiebernd überlegend saß er nun da, er verspührte leichte Aufregung bei dem Gedanken einfach aufzustehen, sich zu bewegen. Einfach so, weg von hier. Sein Blick streifte die Zehen seines linken Fußes, sowie seinen Knöchel. Dort hatte er sich die Knochen gebrochen gehabt... aber sie schienen wieder ganz zu sein, was auch lang genug gedauert hatte. Auch diese Schwellung welche seinen Fuß wie den eines Elekks hatte aussehen lassen, war verschwunden. Sogar die lilagelbgrünen Verfärbungen hatten die Platz mit normaler Hautfarbe getauscht. Er hatte schon aus langeweile immer einmal seine Zehen und seinen Fuß bewegt, ohne das es wohl irgendjemand überhaupt mitbekommen hatte. Selbst seinen Arm hatte er angefangen leicht zu bewegen. Es hatte ihn niemand dabei gestörrt, weshalb er sich voll und ganz darauf hatte konzentrieren können. Was hinderte ihn also eigentlich noch am Sitzenbleiben! Er konnte sich doch bewegen! schoß es ihm plötzlich durch den Kopf, ein Gedanke gefolgt von Adrenalin und Übermut. Vorfreude darauf einfach aufzustehen und rauszugehen. Rauszugehen und zu sagen das es ihm wieder gut ging! Das er wieder Gesund war! Und das man ihm wieder Gesellschaft leisten konnte. Eik nickte leicht, wohl um sich selber Mut zuzusprechen. Ja, so würde er es machen... Dann zog er tief die Luft in seine Lungen und winkelte seine Beine an. Er zog sich mit seiner gesunden rechten Hand langsam an dem Balken hinter sich hoch, während er mit seinem Gesunden Bein nachstemmte. So kam er langsam in eine Aufrechte Position. Leichter Schwindel ergriff ihn kurz und schwarze Flecken tanzten vor seinen Augen herum, sein Körper und sein Kreislauf waren vom vielen Sitzen und liegen auf den plötzlichen Positionswechsel nicht ganz vorbereitet. Eik krallte seine Finger in das Holz des Balkens, bis er wieder klar sehen konnte. Gut, soweit war er schon. Einen Schritt nun nach vorne, zu der Kiste, dann würde er sich wieder setzen... nur einen Schritt! Nur zum testen... Er fuhr sich kurz mit der Zunge über die Lippen, ehe er langsam seinen linken Fuß vorschob... bisher noch keine Schmerzen. Zögernd verlagerte er das Gewicht auf sein linkes Bein, lies langsam von dem Balken hinter ihm ab. Ja, so würde es gehen... ein Stückchen noch. Sein Körpergewicht ging auf den linken Fuß über, bisher war alles in Ordnung. Er stand! Ein Schauer aus purer Freude und Glück durchflutete ihn. So lebendig hatte er sich schon lange nichtmehr Gefühlt! Er stand wieder... nun noch einen Schritt vor. Eik zog seinen rechten Fuß an und wollte einen Schritt nach vorne gehen, als jedoch plötzlich jegliche Kraft aus seinem linken Fuß wich. "Oh verd..." Mehr konnte er auch schon nicht sagen, da fiel er strauchelnd nach vorne um. Zum Glück landete er unverletzt auf dem weichen Teppich. Schnaufend lag er nun auf der Seite, er war nur wenige zentimeter neben der Holzkiste gelandet... nur wenige Zentimeter. Was für ein Glück... Er schloss für einen kurzen Moment die Augen, um sich wieder einigermaßen zu beruhigen, ehe eine Welle aus Elend über ihn hineinschwappte. Er würde sicherlich nichtmehr laufen können, sein Fuß wollte ihn einfach nicht tragen. Seine Hand wanderte zu dem Holzkästchen, dessen Deckel er öffnete um eine der Federn herrauszuziehen. Es war eine dunkle Feder, ein dunkles Grüne welches im Kerzenlicht schimmerte. Eik rollte sich auf den Rücken und betrachtete so quer im Raum liegend die Feder. Ihm tat nichts weh, was wohl gut war. Aber dennoch, fand er das Ergebniss mehr als unbefriedigend. Er wollte endlich raus, raus aus dieser Ruhe. Verkrampft biss er sich auf die Unterlippe und drehte die Feder vor seinem Gesicht zwischen Daumen und Zeigefinger hin und her. Er würde hier liegenbleiben, notfalls bis zum nächsten morgen. Irgendwann würde sicherlich jemand kommen, musste ja. Ganz vergessen hatte ihn sicherlich niemand. Aber aufstehen oder sich bewegen, das würde er sich heute nichtmehr. Zudem, auf dem Teppich konnte man auch gut schlafen. Sehr gut. Eik drehte die grünliche Feder wieder kurz zwischen den Fingern, ehe er sie sich in die Haare steckte und kurz seufzte. Er machte die Augen zu und versuchte zu schlafen, heute würde wohl nichtsmehr die Ruhe hier in diesem Raum vertreiben. Selbst die Fliege hatte aufgehört zu brummen... Ruhe.
ooc: Hoffe das passt hier. Ihr seid gerne zum Mitposten aufgefordert. Ich mach auch ForenRp
'schnipp', die grüne Holzkugel flog hoch, mindestens einen Arm lang, ehe sie kurz in der Luft stoppte und wieder hinabflog. 'schnipp', erneute segelte sie geradewegs nach oben, sie war höchstens Erbsengroß, aber man konnte sie dennoch fangen. 'schnipp', wie weit man diese Kugel wohl schnippen konnte? vielleicht bis zur Decke? 'schnipp', das war schon höher... nur leider etwas schief...
Mit einem leisen Klackern landete die Erbsengroße Holzkugel mit der grünlichen Farbe auf den alten Dielen des Armenhauses. Sie sprang ein paarmal auf und ab, so als wollte sie ihn ärgern und rollte dann über die Fugen hinweg bis sie in einiger Entfernung still liegen blieb. "Na ganz toll..." Murrte Eik. "Das's nun schon die Dritte Kugl'." Sein Blick glitt zu der rotbleichen und der Korngelben Holzkugel, welche ebenfalls in unterschiedlicher Entfernung zu ihm, auf dem Boden lagen. Mit einem leisen schniefen zog er kurz seine Nase hoch, was wohl eher einem tieferen und hastigem Einatmen glich. Eine Art unangenehme Angewohnheit von ihm, welche er schon hatte seid er denken konnte. "Wie kommn' ich nu zu euch?" Murmelte er leise zu sich selbst. Sonst war ja niemand anderes im Raum, so musste er wenigstens nicht zu laut reden und konnte leise murmeln. Eik sah zu dem kleinen, einfachen Holzkästchen das neben seinem linken Bein am Boden stand. Er selbst saß daneben und lehnte wie immer den Rücken an einen Stützbalken. Der Deckel des Kästchens war aufgeklappt sodass man den bunten Inhalt sehen konnte. Eine Handvoll bunter Holzperlen mit Loch, damit man sie auf die Lederbänder fädeln konnte, rollten noch in dem Kästchen herum. Aber er konnte nun doch nicht anfangen alle Holzperlen im Raum zu verteilen, am Ende würde er noch welche verlieren oder jemand würde sie ihm nehmen. Und er hatte wirklich lange gebraucht seinen Schatz zusammenzusammeln. Behutsam schob er das Kästchen wieder an die Wand, am besten er würde die beiden anderen Holzperlen auch noch einsammeln. Aber dazu musste er vorerst noch dorthin gelangen...
Bitter dachte er an seinen gestrigen Gehversuch, er hatte nichteinmal einen Schritt geschafft ohne das sein Fuß nachgegeben hatte. Seinem Arm ging es da im Gegensatz schonwieder besser, fast Gesund. Er konnte ihn wieder Problemlos bewegen, strecken und recken. Nur wenn er zu schwere Sachen hob oder sich zulange abstützte zwickte sein linker Ellbogen kurz schmerzhaft. "Aber das ist besser als nix, mh." Murmelte er wieder leise zu sich selbst. Seine eigene Stimme zu hören war um längen besser als absolute Stille. "Vielleicht sollte ich es mal probiern'? mh.." Fuhr er leise fort, ehe er kurz wartete. So als würde er auf eine Antwort hoffen, welche natürlich ausblieb. So nickte er sich letztendlich selbst zu. "Ja, ich probier's. Schaff' das bestimmt, mh" Eik zog knapp seine Nase hoch, die Rotbleiche Holzperle lag am nächsten. Er müsste sich nur ausstrecken, dann hätte er sie auch schon. Langsam zog er erst sein rechtes Bein an und winkelte das Knie ab. Dann tat er dasselbe mit seinem linken Bein, nur langsamer. Er winkelte auch das Knie an und legte dann vorsichtig und prüfend seine Ferse auf dem Boden ab, sodass das Gewicht des Beins auf der Ferse ruhte. Eik atmete erleichtert auf, als der erwartete Schmerz ausblieb. Soetwas gab Hoffnung, vielleicht würde er wirklich bald wieder laufen können. Als nächstes lehnte er sich mit dem Oberkörper nach vorne und dann nach links. Etwas eckig kam er auf seiner Schulter auf, wobei er versuchte seinen Ellbogen wegzuhalten sodass er nicht genau auf diesem landete. "Uff... das ging gut." Nun lag er auf der Seite, er streckte seinen Arm aus und... erfasste mit den Fingerspitzen die Holzperle. Mit einem triumphalen Grinsen verstaute er die Holzkugel in seinem Lederbeutel am Gürtel. "Haste' gut gemacht." Lobte er sich leise murmelnd selbst. Er fand es fast schon schade das niemand seinen Triumph mitbekommen hatte. Aber das machte nichts, dachte er sich leise, wenn er wieder laufen konnte würden alle sicherlich staunen was er so plötzlich draussen machte. Sie würden schon sehen... was er alleine alles schaft, ohja das würden sie.
"Nun noch die Zweite Kugel..." Murmelte er leise während sein Blick zu der Korngelben Holzperle wanderte. Sie lang nun genau auf Höhe seiner Nasenspitze. Nur eben drei Armlängen entfernt. Dahinter, an der Wand, lag dann die grüne Perle. Grübelnd kaute er sich auf der Unterlippe herum. Er musste aufstehen... oder sich irgendwie anders Bewegen. Aber er würde es schaffen, ohne Hilfe und nun wusste er auch schon wie. Eik rollte sich zuerst einmal nach rechts, sodass er nun auf dem Rücken lag. Dann zog er die Beine an und stemmte sich mithilfe seines gesunden Ellbogens in eine aufrechte Sitzposition. Nun befand er sich in der Nähe des Tresens, an dem zu Eiks Glück ein Besen lehnte. Er war auf den Gedanken gekommen das ihn auch etwas anderes Stützen könnte als einer seiner Freunde und da wäre der Besen doch genau richtig. "Lustig, das da bisher noch keiner drauf gekommn' is." Murmelte er leise und froh über seine Neuentdeckung. Er streckte seinen Arm aus und erfasste den Besenstiel, um ihn neben sich zu stellen. Die rechte Hand fest um das Holz des Besens stemmte er sich langsam hoch. Er verlagerte das Gewicht auf seinen rechten Fuß sowie das Putzgerät. Erneut überfiel ihn der Schwindel, durch das viele Sitzen war es sein Körper nichtmehr wirklich gewöhnt einen stehenden Eik ganz mit Blut zu versorgen. Kurz flirrten ihm schwarze Punkte vor den Augen herum, ehe sein Herz den Druckunterschied mit einem etwas schnelleren Puls ausglich. Der Besen leistete derweil einen guten Dienst, Eik konnte sich wunderbar daran festhalten und warten bis er wieder klar Blickte ohne umzufallen. Er zog kurz die Nase hoch und blickte nun zu den restlichen beiden Kugeln. Er würde den Raum durchqueren, ganz sicher. Dann setzte er seinen rechten Fuß nach vorne, stützte sich auf den Besen und zog seinen linken Fuß nach.
"Es geht!" jubelte er leise, ziemlich erstaunt darüber einen Schritt gemacht zu haben ohne umzufallen! Und dann auch noch ohne das ihm irgendjemand bei der Sache geholfen hätte. Nein, er war alleine auf die Lösung gekommen und das erfüllte ihn mit einer gehörigen Portion an Stolz. Langsam, schritt für Schritt und mit sichtlichem Eifer näherte er sich der anderen Wand. Ein leises kichern und glucksen entwich ihm dabei, wohl aus purer Vorfreude darauf endlich sein tristes, ruhiges und langweiliges Gefägniss zu verlassen. "Endlich." Eik lehnte sich mit seiner rechten Schulter an die Steine der anderen Wand und rutschte langsam an ihr hinab, den Besen dessen Borsten nun durch sein Gewicht seitlich abstanden, neben sich gelehnt. Andächtig sammelte er die Perlen ein und verstaute sie im Beutel... Dann glitt sein Blick zu der Tür...
Er könnte doch... sollte er wirklich?... Oder war das zuviel? zuweit? Aber, was würden die anderen sagen? Wenn er plötzlich wieder draussen war? wieder Frei? Er würde der Ruhe entfliehen... dann würde er wieder andere sehen... Aber wenn er es nicht schaffte? Dann würde er solange wohl herumliegen bis irgendwann jemand kam der ihn zurück brachte. Und das würde sicherlich dauern. Etwas hin und her gerissen überlegte er fieberhaft. Wog das Für und Gegen miteinander ab. Hin und her gerissen zwischen der Vorfreude auf die Welt dort draussen, auf die Freiheit sowie seiner Angst davor nichteinmal bis zur Tür zu kommen... Er wollte gerade wieder den Besen packen und aufstehen...
... Als plötzlich die Tür aufschwang und Sybille, welche jeder nur Billie nannte, schnaufend in den Raum kam. "Mann, du wieder!" sagte sie sichtlich überrascht, eine Überraschung die sich auch in Eiks Blick wiederspiegelte. "Woah, was ...zum?" Stammelte er erstaunt, während sie hastig irgendwas verstaute und mit einer Gegenfrage konterte. "Na, ganz alleine hier?" Eik hätte niemals gedacht, das man mit Sybille ein richtiges Gespräch führen konnte so war er noch erstaunter als das tatsächlich eintrat. Und sein Erstaunen überschlug sich förmlich als sie ihm sogar anbot ihm nach draussen zu helfen. Nach draussen!
...Und da saß er nun.. Mit dem Besen, auf einer kühlen Steinbank am Brunnen. Und Sybille? Nun, war abgehauen. Er seufzte wieder missmutig. Aber immerhin, war er draussen. Es blieb nurnoch die Frage wie er zurückkommen sollte...
Wolkenverhangen, war der Himmel. Und trotz der nächtlichen Schwärze konnte man die dunkelgrauen Schleier die dort am Himmelszelt hingen immer noch sehen. Sie umrahmten den Vollmond, welcher den Hafen in silbriges Licht tauchte und verdeckten die funkelten Sterne. Ein leichter Wind ging hier. Kühl und weit drausen vom Meer, getränkt mit dem salzigen Geruch der fernen Freiheit. Ein Geruch welcher ein gewisses Fernweh in ihm weckte, das ziehend neben all den anderen Gefühlen in seiner Brust saß. Ein leises rauschen und rascheln kam auf, als der Wind durch die Blätter eines Baumes strich und sie tanzen lies. Eik fuhr sich mit den Fingern über die Stirn, um eine seiner widerspenstigen, blonden Haarsträhnen hinter sein Ohr zu klemmen. Dann lehnte er sich vor und blickte geradewegs die Hafenmauer hinab. Er hatte keinerlei Höhenangst, noch nie gehabt. Aber dennoch rief so etwas immer ein leichtes kribbeln in seinen Fußsohlen und Zehenspitzen hervor, welche frei an der Hafenmauer hinab baumelten. Es gab sicherlich nicht viele, die es sich trauten so nah am Abgrund zu sitzen und die Beine hinab hängen zu lassen. Aber das war wohl das einzige was sich Eik traute. Er griff nach einem kleinen Kiesel, welcher zwischen den Fugen der Bodenplatten steckte auf denen er saß. Ein Kiesel mit Kanten und leicht spitzen Ecken, unförmig, ungeschliffen. Er legte den Kiesel auf seinen Daumen und schnippte ihn dann die Mauer hinab, um dessen Fall mit seinem Blick zu verfolgen. Es dauerte lange bis er unten ankam, an manchen Stellen war das Meerwasser wodurch es jedes Mal leise platschte, wenn so ein Kiesel unten ankam. Ein Geräusch das Eik mit seinen Ohren durchaus hören konnte. Hier jedoch, gab es kein platschen, sondern eher ein leises klackern. Denn hier, traf der Stein nur auf die nächste Ebene und landete hart auf anderen Bodenplatten. Eik dachte nach, das tat er schon die ganzen letzten Tage. Seitdem er wieder einigermaßen laufen konnte und nicht mehr in dem Haus gefangen war. Lange hatte er heute mit Tellin geredet, das erste ordentliche Gespräch seid Wochen. Und nun fühlte er sich nur noch erschlagener als jemals zuvor. Die letzten Wochen waren kein Zuckerschlecken gewesen und das nicht weil ihm der Fuß, oder der Arm geschmerzt hatte. Sondern weil er gemerkt hatte, was Einsamkeit bedeuten konnte. Stundenlang war er in dem Raum gesessen oder gelegen, nur selten war jemand vorbei gekommen. Jeder sagte immer, er solle kommen wenn er etwas brauchte. Wenn es ihm nicht gut ging. Aber wenn es dann soweit war, er wirklich Hilfe hätte brauchen können, wurden aus den Versprechungen wohl nur leere Worte. Lange hatte er mit Tellin darüber geredet und lange würde er in dieser Nacht wohl noch über das Gesagte nachdenken. Sollte er vielleicht wirklich einfach sagen was ihn stört? Sollte er den Leuten wirklich einfach sagen das sie zu ihm kommen sollen, bei ihm bleiben wenn er sie mal wirklich brauchte? Oder sollte er das weiterhin als Selbstverständlichkeit ansehen die eine Freundschaft mit sich brachte, dass man nach den Leuten sieht die man mag und weiter warten? Erneut seufzte er und schüttelte leicht seinen Kopf, er fühlte sich nach dem ganzen Denken schon ganz schwer an. Allgemein hatte Eik das Gefühl als würde ein dicker Nebel um seinen Kopf und um sein innerstes ziehen.
Er schielte nach links, sein trüber Blick fiel neben dem Blumentopf der dort an der Mauer stand, auf die hölzerne Krücke. Es war eine einfache Krücke, sie hatte die schlichte Form eines Y. Zary hatte sie ihm heute gegeben, nachdem er zwei tagelang einen Besen als Krücke benutzt hatte bei dem sich jedes Mal die Borsten in seine Achseln bohrten. Er war Zary dafür dankbar, sehr sogar. Aber gleichzeitig war er wohl enttäuscht das niemand früher auf die Idee gekommen war, ihm eine Gehhilfe zu geben und er sich sogar selber eine provisorische hatte suchen müssen. Eik wusste schlichtweg nicht weiter, es war als wäre er in einer Sackgasse mit Abgrund gelandet und hinter ihm ein Rudel Wölfe. Und er musste ich nun entscheiden ob er den Wölfen in die Arme lief oder den Abgrund hinab rannte. Zum einen war er mehr als froh wenigstens ein paar Leute zu kennen denen er vertrauen konnte, denen er gegenüber Offenheit zeigen konnte. Freunde die er absolut nicht verlieren wollte. Zum anderen war er jedoch enttäuscht darüber das sie sich scheinbar nur mit ihm abgaben wenn er zu ihnen kam und ihm nur halfen wenn er von sich aus redete. Und dann waren da noch Tellins Worte gewesen… Worte die ihn nun sicherlich die ganze Nacht nachdenken liesen.
„Verdammt“ murmelte er leise und lies sich nach hinten plumpsen, um mit dem Rücken auf den Steinplatten zu landen, welche den Boden bedeckten. Mit seitlich ausgestreckten Armen blickte er zu dem Wolken verhangenen Nachthimmel empor. Er bewegte leicht seine Zehen und versuchte sich vorzustellen wie es war ein Vogel zu sein und einfach von allen Sorgen wegzufliegen. Dann würde er von der Hafenmauer weg springen und einfach los fliegen. Ein erneuter leichter Windhauch der ihm übers Gesicht strich erinnerte ihn daran, das er die Nacht jedoch wohl besser im Haus verbringen sollte. Seufzen rappelte er sich hoch und griff nach der Krücke, um sich daran hochzuziehen. „Dann mal zurück“
Ich finde es schön, Eiks gedanken hier zu lesen. Aber eins wollte ich noch klären. Willow ist IC nicht desinteressiert an Eik....nur mein Rl verlangt derzeit viel von mir, und an meinen onlilne Zeiten merkt man wohl,dass ich die Woche kaum on war -.- Also....IC ist Eik Willow nciht gleichgültig, im gegenteil Sie wollte ihm heute noch sagen, dass sie den Auftritt für ihn verschieben...auch IC
Die Nacht war wie ein Raubtier, still pirschte sie sich an ihre Beute heran, wie ein Wolf an einen wehrlosen Hasen. Nur um sich mit ihrer gesamten Schwärze über das Antlitz der Welt zu legen und den Himmel zu verdunkeln. Stumm stand er an der hohen Hafenmauer, seine Zehen umklammerten die schmale Steinkante. Wie ein alter Freund strich der Wind durch die düstere Abendwelt, über die wogende See, die Hafenmauer hinauf und über sein Gesicht hinweg, Wie eine sanfte Berührung durch seine Haare um salzige Tränen zu trocknen. Stumm streckte er seine beiden Arme zur Seite aus und schloss langsam seine Augen. Die kühle des Nachtwindes spiegelte sich in seinem inneren wieder, selten hatte er sich so leer gefühlt. Es war als wäre ein Teil von ihm gestorben und hatte ein tiefes Loch in seinem Herz hinterlassen, ein leerer Platz neben ihm gebrandmarkt von der Sehnsucht. Erneut stellte er sich die Frage warum Reia ihn einfach verlassen hatte, er konnte es immer noch nicht glauben und würde es wohl nie glauben können. Dafür schlug sein Herz wohl noch zu sehr in ihrem Takt. Leise drang das rauschen der brandenden Wellen des Meeres an seine Ohren und er atmete salzige Luft ein. Während er weiterhin genau am Rand der Hafenmauer stand. Wäre er doch nur ein Vogel, so könnte er nun einfach fliegen. Was hielt ihn noch hier? Seine eigene Familie hatte er schon lange verloren und nun hatte er auch die Person verloren die er hier als Familie betrachtet hatte. Als einen Teil von ihm. Und wie schon damals, hatte er nur zusehen können. War nur der Beobachter gewesen, der Beobachter am Rande. Ein Blatt mit dem der Wind sein garstiges spiel trieb. Er wankte kurz, ein stechendes Gefühl durchdrang seinen Fuß, die Krücke hatte er hinter sich liegen lassen. Ihm war es fast egal ob er hier oben das Gleichgewicht verlieren würde, denn das war das einzige was er wohl nur noch verlieren konnte. Eine Tatsache die ihm nun schmerzlich bewusst wurde. Durch Reia hatte er angefangen offener zu werden, mehr auf andere zuzugehen. Er hatte ihr vertraut, hätte ihr alles erzählt, alles gemacht. Und erneut hatte ihm das Leben für seine Offenheit einen schweren Dämpfer verpasst. Erneut hatte es ihm mit einer weiteren Narbe beigebracht das man anderen niemals zu sehr vertrauen sollte. Sich nie zu sehr öffnen sollte. Seine Gedanken wanderten nach Nordend, er hatte sich gefreut mit ihr und dem Wagen dorthin zu gehen. Seine Heimat zu sehen, zusammen mit ihr. Eine Freude welche sich nun in einen bitteren Klos verwandelt hatte der ihm nun schwer in der Kehle lag. Erneut fragte er sich, wie sie das nur hatte tun können. Sie hatte so oft gesagt, dass sie ihn liebte. Allein die Vertrautheit, hätte ihn nie an etwas anderem Zweifeln lassen. Und nun, so plötzlich, sagte sie ihm dass sie es sich anders überlegt hatte. „… nach alldem.“ Kam es ihm leise über die Lippen. Er wäre steht’s für sie da gewesen, jederzeit. „Jederzeit.“ Murmelte er leise. Ein erneuter, leichter Windhauch lies ihn ins wanken kommen. Befremdlich fand er seinen eigenen Gedanken, es wäre ihm egal gewesen nun zu fallen. Nun hatte er endgültig alles verloren was ihm teuer war und das einfach so. Und dennoch, nach allem, liebte er sie noch. Sein Herz schrie fast nach ihr. Die Plötzlichkeit ihrer Entscheidung hatte ihn vollkommen überrascht und entsetzt. Er sollte lieber wieder zurückgehen, so wie er es Tellin versprochen hatte. Ehe am Ende die Hafenmauer doch noch Überhand gewann und ihn in die Tiefe zog. Langsam tat er einen Schritt zurück und nahm seine Krücke wieder auf, ehe er zögernd zum Haus trottete. Er musste an die bunten Federn, die Holzperlen und die Bänder denken. Daran, wie sehr er sich darauf gefreut hatte… sosehr… Und dennoch, vielleicht würde sie es sich überlegen... würde zurückkommen. Eine lächerliche Hoffnung an die er sich da klammerte. Ihre Haare waren nasse gewesen an dem Abend, sie fror sicherlich... zu gerne wäre er bei ihr gesessen und hätte sie gewärmt... zu gerne würde er das immer noch tun.
Genauso wie der kühle Abendwind ihn verabschiedet hatte, empfing ihn nun die frische Brise des Morgens. Geschlafen hatte er nicht, stattdessen hatte er die ganze Nacht über den hölzernen Balken über seinem Bett angestarrt, bis es hell wurde draußen. So war es nicht verwunderlich das er nun mit bleichem Gesicht und dicken Augenringen Wieder am Hafenpier saß und auf die Wellen starrte. Welche sich im Gegensatz zu dem Holzbalken wenigstens bewegten. Die ganze Nacht hatte er nachgedacht und er war im Nachhinein froh gewesen das wenigstens irgendjemand in seiner Nähe geblieben war. Sein Kopf fühlte sich jedoch nun an als hätte sich eine der grauen Regenwolken dort eingenistet und würde ohne Pause regnen. Immer noch fragte er sich wie es so schnell gehen konnte, immer noch konnte er es nicht begreifen. Leicht schüttelte er seinen Kopf und barg dann sein Gesicht in seinen Handflächen. Es hätte alles so schön werden können, vor allem der Auftritt in Nordend. Schon seid Wochen freute er sich darauf mit ihr nach Nordend zu gehen, seine alte Heimat mit seiner neuen zu verbinden. Aber diese Vorstellung war nun entzwei gerissen. Närrisch dachte er leise daran das es vielleicht doch noch Hoffnung geben könnte. Er würde nicht so einfach loslassen, zumal er sie dafür immer noch zu sehr mochte. Betäubt fühlte er sich, als hätte man ihm bittersüßen Wein zum trinken gegeben, ein Gefühl das er los werden wollte. Die fröhlichen Stunden die er mit ihr verbracht hatte waren um längen besser gewesen, als das alles. Deshalb würde er alles daran setzen sie zurück zu bekommen, deshalb und weil er es nicht wahrhaben wollte das sich ihre Gefühle so schnell geändert hatten. Dafür war alles zu vertraut gewesen. Eng schlang er sich seine Arme um den Oberkörper, die Müdigkeit und die Trauer ließen ihn tatsächlich frieren. Und er fror selten. Vielleicht hätte er ihr gestern einfach eine Decke bringen sollten, als sie mit den nassen Haaren vor ihm stand. Er hätte nicht reden sollen, er hätte niemals dieses Risiko eingehen sollen. Leise hoffte er, das sie sich nicht erkältet hatte, deswegen. Leise dachte er an den Kuss den sie ihm gegeben hatte, als sie meinte er würde schlafen. Das war erst ein paar Tage her, so schnell konnte sie sich nicht geändert haben. Und das war alles nur die Schuld von diesem Kerl der ihn so zugerichtet hatte. Wäre das nie geschehen, so wäre sie immer noch bei ihm. Aber er würde kämpfen und am Ende triumphieren… hoffte er zumindest. Ein tröstender Gedanke, der Einzige wohl Momentan.
Das Wetter war grau an diesem Vormittag, und grau war auch das Meer. Einzelne Möwen kreischten, pickten im Strandgut und flogen bei der nächsten Welle davon, nur um sich dann erneut niederzulassen. Unermüdlich dasselbe Schauspiel, seit Stunden schon. Reia fror. Sie grub die bloßen Füße in den Sand, versuchte sich auf das Gefühl zu konzentrieren; spürte den nassen Sand, die Steine, die Kälte. »Wie geht's dem Kleinen?«, hatten sie gefragt. Alle fanden es selbstverständlich, dass sie sich um Eik kümmerte. Für ihn da war. Mit ihm sprach, ihn unterhielt und ihm half, dass er gesund wurde. So, wie Tellin es tat. Aber sie war nicht Tellin. Tellin war anders; er war glücklich, wenn er für jemanden sorgen konnte, ihm schien dabei nie die Kraft auszugehen. Er war ein guter Mensch, fand Reia. Sie selbst war keiner, dachte sie. Dabei war am Anfang alles so schön gewesen, mit Eik: Gemeinsam hatten sie die Stadt erkundet und mehr, hatten gelacht, sich Essen besorgt. Abenteuer erlebt. Doch irgendwann wurde es ihr zuviel, Eik war immer da, täglich, folgte ihr, suchte sie – es kam ihr vor, als würde er ihr die Luft zum Atmen nehmen. Dann wollte sie alleine sein, ihn nicht sehen, hatte sich sogar manchmal versteckt, wenn sie ihn kommen sah. Wann wurde es denn schlimm? Vielleicht mit dem letzten Auftritt vom Roten Wagen. Sie hatte sich so für Eik geschämt. Hatte ihm sogar Beruhigungsmittel von Sida gegeben, damit er sich traute auf der Flöte zu spielen. Den ganzen Tag über hatte sie nur an Eik gedacht. Und irgendwann war sie verschwunden, hatte es nicht mehr ausgehalten, das Theater um ihn. Gestern endlich hatte sie ihm gesagt, dass sie nicht länger seine Freundin sein wollte. Sie wusste, sie hatte ihm damit weh getan, und dafür schämte sie sich. Seine letzten Worte hatten sich in ihrem Verstand festgebissen: »Und ich hab' dir vertraut.« War sie so ein schlechter Mensch? Konnte man ihr nicht vertrauen? Zwei Möwen kreischten in der Luft; sie zankten sich um einen Fisch, verloren ihn schließlich und er fiel zurück ins Meer. Reia seufzte. Die Tage würden einsam werden. Aber war das nicht, was sie wollte? Sie wusste es nicht.
Still zupfte er an seiner neuen Kleidung rum, heute hatte er sie erst von Tellin bekommen Bunte Kleidung, vorwiegend in rot und gelb, etwas abgetragen aber zweckdienlich. Zudem, passten sie ihm sogar fast perfekt. Er sah nun immer mehr einem Gaukler ähnlich und weniger einem Streuner von der Straße. Das Einzige was dieses Bild eines unbeschwerten Lebenskünstlers trübte war sein Gesichtsausdruck, seine Gedanken und sein innerstes.
Lange hatte er noch überlegt, lange gegrübelt. Über die Worte von Tellin, Sybille, Willowbys. Über die Worte all derer die ihm zugesprochen haben, aufgebaut und gleichzeitig kritisiert. Erst hatte er noch tiefe Trauer gefühlt, die ihn innerlich zerfrass. Dann wandelte sich das Gefühl in Wut um, Wut auf sich selbst, auf andere. An den Kerl der ihn zugerichtet hatte, mit dem alles anfing. Diese Wut hatte ihn innerlich gestärkt, die Trauer mit brennendem Feuer vertrieben und war letztendlich in Tatendrang umgeschlagen. Und nun, stand sein Entschluss fest. Er würde stärker werden, er würde lernen anderen das zu geben was er oftmals suchte. Nähe, Schutz und eine Heimat. Er würde Reia zeigen das er bei weitem mehr sein konnte, das er ihr Schutz und halt geben konnte. Zuversichtlich nickte er zu seinen Gedanken und zog seine Beine mit auf die steinerne Bank die vor dem Armenhaus stand. Das Laufen ging wieder, er kam langsam wieder ohne diese Krücke zurecht. Nur längere Strecken und das Rennen sowie springen war unangenehm. Aber das würde vergehen, immerhin hatte er anfangs gedacht er würde gar nicht mehr laufen können. „Ich bin nicht schwach.“ Murmelte er leise zu sich selbst. Und er war es wohl auch nicht, immerhin kam er aus dem Norden. Und die Leute dort waren im Gegensatz zu ihm nicht für ihre Zimperlichkeit bekannt. Zudem, sein Vater war damals der Jarl des Dorfes gewesen, in ihm floß also reines Nordender Blut. Nein, er würde sich ändern. Er musste es tun!
Heute war er ihr sogar begegnet, vorhin. Zusammen mit Tellin war sie am Kai des Kanals gesessen und hatte geredet. Nur kurz hatte er zugehört, dann war er umgekehrt um eine Decke zu holen. Er hatte gleich damit anfangen wollen für sie da zu sein. Auch wenn sie es mit misstrauen angegangen war, er war sich sicher das sie noch etwas für ihn empfand. Sehr sicher sogar. So sicher das es ein wahres Hoffnungsfeuer in ihm entzündet hatte, ein Feuer das ihn antrieb und die Trauer unterdrückte Diesmal würde er das Blatt wenden, von selbst. Zulange war er schon der Spielball des Windes gewesen. Und morgen würde er damit anfangen sich zu verändern, sich zu beweisen. Ihr zu zeigen das er für sie da war und es nicht umgekehrt sein musste. Selbst wenn er dafür von neuem ihr vertrauen gewinnen musste. Er würde es schaffen! „Ohja…’s werd’ ich.“ Sprach er etwas lauter in die Nacht hinein. Es tat gut die eigene Stimme zu hören, viel zu lange hatte er sich schon verhätscheln lassen. Leise dachte er an das Gefühl als er sie das letzte mal hat umarmen können.
Er befand sich am Hafen, auf dem kleinen Aussichtspunkt mit dem steinernen Brunnen. Leise plätscherte das Brunnenwasser hinter ihm vor sich her, während er vorne an der Kante saß und die Beine die hohe Hafenmauer hinab hängen lies. Es war Abends und die Sonne versteckte ihr Antlitz gerade hinter dem Horizont, um der Nacht den Platz zu überlassen. Die Umgebung war in goldgelbes Licht getaucht, spiegelte sich orange auf der glitzernden Wasseroberfläche des Meeres nieder und brachte sogar Eiks neue Kleidung, ein buntes Gewandt mit vorwiegend rot gelber Farbgebung welches stark dem eines Gauklers glich, leicht zum Glimmen. Eigentlich ein Majestätischer Anblick, welcher so manch einen mit Stolz und Ehrfurcht erfüllen sollte. Eik fühlte wie sich die Sehnsucht in ihm regte, ihn fesselte und lähmte sodass er fasst gezwungen war sich diesem Anblick und seinen Gefühlen zu stellen. Viel zu tun, hatte er den Tag über gehabt. Er hatte teilweise schon fast fieberhaft nach Beschäftigungsmöglichkeiten, nach Ablenkung gesucht. Nur damit er wenigstens für kurze Zeit dieses Gefühl des Fehlenden Teils in ihm verdrängen konnte. Er hatte sich die bunten Bänder, sowie Holzperlen und Federn in die Haare geflochten was ihm ordentlich Zeit gekostet hatte. Eine Sache die er eigentlich mit… Eik atmete tief und leicht zittrig durch, hastig versuchte er seine Gedanken in eine andere Richtung umzulenken.
Er dachte an Tellin, einen Mann den er inzwischen als sehr guten Freund schätzte. Erst gestern, hatte ein Blauauge ihn hier, am Brunnen angegriffen. Eik wusste selber nicht was mit ihm los war, aber er hatte sich die nächst besten Steine genommen die er auf dem Boden fand und das Blauauge damit beworfen. Er musste einiges an Mut aufbringen, für diese Tat. Aber fliehen, das würde er nun nicht mehr so schnell. Man musste für die, die man mochte da sein. Eine Lektion die er nun wusste. Gemeinsam flohen Tellin und er, Eik hatte ihm später sogar eines seiner Verstecke gezeigt. Im Grunde war es sogar sein Hauptversteck, das Beste was er hatte, vielleicht wusste Tellin nicht das es wohl eine wirkliche Ehre war wenn Eik einem dieses Versteck zeigte. Denn dies tat er nur mit Leuten denen er blind vertrauen würde. Er war jetzt noch überrascht über Tellins Verhalten, er kannte den Mann nur stark und fürsorglich, stets bedacht anderen zu helfen. Aber seine Angst und Panik vor dem Blauauge konnte Eik selbst nur sehr gut nachvollziehen. Tellin hatte recht gehabt, als er Abends im Versteck gesagt hatte, dass plötzlich alles in einen tiefen Abgrund stürzte und nur noch schief ging. Eine Tatsache die Eik ebenfalls wieder nur nachvollziehen konnte…. Fast schweiften seine Gedanken wieder ab, wie ein Kutscher der versucht seine störrischen Pferde vorm Wagen zu halten, zwang sich auch Eik seine Gedanken wieder in andere Bahnen zu lenken.
Dann war noch Rotho, Eik kannte ihn von Willowby her. Welche wohl eine der Wenigen Vertreter oder Vertreterinnen des Gnomenvolkes war die er nicht als zu nervig empfand. Willowby war in Ordnung, man durfte sie nur nicht erzürnen. Er vertraute Rotho zwar lange noch nicht so stark wie er es bei Tellin tat, aber dennoch wusste Eik das Rotho mehr als nur in Ordnung war. Er hatte wohl irgendeinen Kampf gehabt, in welchen auch Sybille verwickelt worden war, genaueres wusste er nicht. Aber seitdem rannte Rotho mit zwei Krücken durch die Gegend. Eik hatte ihn schon zweimal in der Kathedrale besucht, einen Ort welchen er aufgrund dessen Größe und der Ritter dort eigentlich garnicht mochte, aber er wollte Rotho um einen Gefallen bitten. Er wollte lernen wie man sich verteidigt. Ob mit Händen und Füßen, Dolchen oder sogar einem Kurzschwert, war Eik egal. Er wollte sich nur wenigstens ein wenig verteidigen können, sodass er in Zukunft nicht mehr immer und überall weglaufen musste.
Er seufzte kurz, nun war die Sonne schon fast weg, nur ein kleiner dünner Strich von rötlichem Licht war noch am Horizont zu sehen, so als wollte sie ihm auf Wiedersehen sagen. Eik wusste nichts mehr, mit dem er sich ablenken konnte. Schon den ganzen Tag hatte er damit zugebracht und nun… Mit Reia war er hier oft gewesen, hatte den Sonnenuntergang beobachtet, ihr Lieder auf der Flöte vorgespielt. Ein dicker Klos bildete sich schwer in seiner Magengegend. Nun, war der Platz neben ihm leer, zu leer. Genauso leer wie dieses Loch, das er seitdem in seinem Herzen fühlte. Ein unendlich leeres, tiefes Schwarzes Loch welches wie ein Monster mit geifernden Zähnen und Klauen darauf wartete in einem ruhigen und unbedachten Moment überraschend über ihn herzufallen und ihn mit einer Flutwelle aus Sehnsucht und Trauer umzuwerfen. Er hatte sich vorgenommen stärker zu werden, sich zu ändern. Weniger auf sich selbst bedacht zu sein und auch anderen zu zeigen das er auch alleine sehr gut zurecht kam und stark sein konnte. Deshalb war er froh, das er gerade jetzt in dem Moment ungestört war. Leise klammerte er sich an den dürren Strohhalm des ‚vielleichts’ Das sie ihm gegeben hatte. Während das Monster ungestört und unbarmherzig über sein innerstes herfallen konnte. Der kühle Abendwind strich die Hafenmauern empor, über den rauen Stein, zwischen seinen nackten Zehen hindurch und über die Tränen in seinem Gesicht.
Gedankenverlohren drehte er seine hölzerne Flöte zwischen seinen Fingern. dunkles Eichenholz und so lang wie seine Hand. Eine schöne Flöte, welche er mit einer dunkelblauen und einer dunkelgrün schimmernden Feder verziert hatte die nun wie Fahnen im Wind von der Flötenspitze hingen. So lange hatte er sie schon und im Grunde was sie die Einzige gewesen die ihn wirklich immer und überall hin begleitet hatte. Leute um ihn herum gingen und kamen, gute Freunde sowie Leute die er nur halb kannte. Aber ausgerechnet ein Gegenstand wie eine Flöte hatte ihn stehts Begleitet. Vorsichtig setzte er sie an seine Lippen, beim spielen hielt er sie stehts quer und blies seitlich hinein. So konnte man den Tönen noch zusätzliche Feinheiten verleihen. Leise spielte er einen kurzen Ton, lies ihn schwingen und fühlte das kitzeln auf seiner Zungenspitze. Mit Liedern konnte man Geschichten erzählen und vor allem, Gefühle ausdrücken. Gerade letzteres tat er in den letzten Tagen immer öfters und er fühlte sich gut dabei. Es war schön sich Wut, Frust oder Verzweiflung von der Seele zu spielen, statt diese Dinge in Worte zu kleiden. Seufzend nahm er die Flöte wieder von seinen Lippen und streckte Arme und Beine aus, um sich lang zu machen. Das Holz der Planken unter ihm war recht hart, das störte ihn jedoch nicht sonderlich. Eik war es gewohnt auf den unmöglichsten Untergründen an den unterschiedlichsten Orten zu schlafen. So auch an Deck eines alten Schiffes, welches hier im Hafen stand. Er war durch ein Loch im Rumpf, über die Balken durch das Innere des Schiffes hier ans Deck geklettert. Zu gerne hätte er diesen Ort Reia gezeigt... zu gerne. Seine Gedanken glitten wieder nach Nordend. Was sie zur Zeit immer häufiger taten. Eik setzte jegliche Hoffnung darin das er es dort schaffen würde Reia wieder für sich zu gewinnen. Er musste einfach. Eine Zukunft ohne sie, wo er sie täglich dennoch beim Wagen sehen würde, ohne das sie seine Gefühle erwiederte, war unerträglich für ihn. Allein der Gedanke daran stieß ihn geradewegs in einen Bottich voller finsterer Gefühle, so als würde man in kaltes Wasser springen. Er musste sie also wieder von sich überzeugen, musste ihr zeigen das er stark war und sie schützen konnte. Ansonsten...
Sein Blick ging zu den Sternen empor, während er seinen Kopf in den Nacken legte. Früher, hatten ihm seine Eltern davon erzählt das wenn man stirbt, man einen Platz dort oben am Himmelszelt bekäme. Eik hatte nie herrausgefunden welche der Sterne nun seine Eltern waren, aber er hoffte das es die waren welche jede Nacht hell leuchtend neben dem Mond standen. Bei diesem Gedanken fühlte er sich wieder wie zu Hause. Nichtmehr ruhelos, sondern so wie er sich in Reias Gegenwart gefühlt hatte. Zu gerne wäre er dort oben, am Nachthimmelszelt. Bei den Leuten von seinem Dorf, bei seiner Familie. Immer öfter ertappte er sich bei ratlosen Gedanken, was er tun würde wenn er Reia weiterhin sehen würde ohne das sie seine Gefühle erwiederte. Ein verlockendes Gefühl der entgültigkeit, erlösende Ruhe, erpackte ihn dann jedesmal. Es war gut, das er in solchen Momenten die Einsamkeit suchte, so würde ihn wenigstens niemand mehr schwach sehen und als solches Bezeichnen können.
Es war soetwas einfaches und alltägliches. Aber dennoch rang es ihm plötzlich ein unwillkürliches Grinsen ab, ehe er ein weiteres Steinchen in das trübe Kanalwasser schnippte. Mit einem leisen Platschen, das höchstens Elfenohren zum zucken brachte, tauchte das Steinchen ins Wasser. Verträumt musterte Eik das Wellenspiel welches dadurch ausgelöst worden war. Kreisförmig zogen sie sich langsam und gleichmäßig vom Mittelpunkt weg, während der Stein auf den Grund des Kanals sank. Eik fand das plötzlich enorm faszinierend, versunken betrachtete er die Wellen und wie sie langsam verebbten. Und erneut zog er seine Mundwinkel zu einem leisen Lächeln hoch. Ein Gesichtsausdruck der ihm zusammen mit seinen Sommersprossen gewisse Spitzbübigkeit abrang. Seufzend legte er sich auf den Rücken und lies die Füße in den Kanal hinein hängen. Wie so oft musterte er die glänzenden Sterne am Horizont, welche dort wie Perlen auf einem dunkelblauen Tuch lagen. Er wusste nicht warum, aber sein momentaner Gemütszustand hatte einen seltsamen Nebeneffekt. Noch nie zuvor, hatte er die Welt so bunt gesehen, noch nie zuvor waren ihm die Melodien so stark durch den Kopf geströmt. Die Melancholie die ihn gepackt hatte, machte ihn zusammen mit seiner Verträumtheit so Kreativ wie noch nie zuvor. Tausende Lieder spielte er nun täglich auf seiner Flöte, eine bunte Mischung aus herzigen Liedern, fröhlichen Rythmen und Sehnsüchtigen Klängen. Erneut schmunzelte er, mit leuchtenden Augen. Willowby wird sich sicherlich freuen, das er soviele Lieder nun spielen konnte.
Er hatte heute sogar das Lied von dem Auftritt gespielt bis seine Kehle trocken war. Leider wusste er immernoch keine Lösung auf die Frage wie er das Lied, den Auftritt mit Reia Üben sollte. Es hatte einen bitteren Nachgeschmack in ihrer Nähe, wenn er sie nicht umarmen durfte. Auch der Gedanke daran, das sie noch zusammen wahren als sie das Lied das erste mal spielten, erweckte nicht gerade Freude in ihm. Eik konnte nur erahnen wie er sich fühlen würde, wenn sie einmal zusammen übten... Und das mussten sie, falls der Auftritt in Nordend gelingen sollte... Und das wollte wiederrum Reia... Nur, wie sollte das gehen, wenn sie nicht übten? Würde er überhaupt einen Ton spielen können? Oder würde seine Kehle genauso zugeschnürt sein wie sonst auch, wenn er sich nicht beschäftigte und seine Gedanken Zeit haben konnte abzuschweifen. Aber wenn der Auftritt nichts werden würde, dann wäre Willowby wiederrum sauer. Eik seufzte leise und legte einen Arm unter seinen Hinterkopf, während er die andere Hand mit der Flöte in seiner Faust auf seine Brust betete. Er fühlte sein Herz schlagen, ein gutes Gefühl das beruhigend wirkte. Es war wirklich eine verdammt, vertrackte Situation. Alles wäre nicht passiert, alles wäre einfacher wenn sie bei ihm geblieben wäre. Sie wusste es ja selbst nicht genau... Aber, wäre der Auftritt damals nicht schon so schief gegangen, wäre sie dann noch bei ihm? Er hatte damals gespielt, trotz allem und das Publikum war begeistert gewesen. Auch wenn er danach umgekippt war und er tagelang eine abartige Übelkeit verspührt hatte. Reia war damals unzufrieden gewesen. Eik wusste inzwischen, oder war sich sicher, das sie deswegen unzufrieden gewesen war weil ihn das Pulver umgehauen hatte. Und nicht wegen des Auftritts. Sie war weggerannt, er wäre geblieben... Genauso auch später... Eik runzelte die Stirn, eine Geste die er sehr selten volführte. Nachdenklich betrachtete er einen hell leuchtenden Stern, welcher sich in seinen Augen spiegelte und stellte sich eine Frage die er sich bisher so herum noch nie gestellt hatte. War er wirklich selbst an allem Schuld? Lag es an seiner Schwäche? Oder daran das er nun einmal recht sensibel war? Oder war es vielmehr Reia, welche sich nicht um andere kümmern konnte? Er musste blinzeln, während er nachdenklich mit seinem Daumen über die Flötenlöcher rieb. Gut, er liebte sie, sehr sogar. Oftmals stellte er sich vor das sie wo saßen und sich unterhielten. Oftmals führte er dann leise selbstgespräche und noch öfter hoffte er danach mit peinlichem gefühl das ihm niemand dabei beobachtete. Es war eine schöne kurze Zeit mit ihr gewesen, aber hatte er dies nicht schon so oft gehabt? Leute kennengelernt und sie wieder verlohren? Gut, bisher war nichts so gewesen wie bei Reia.. aber machte das einen Unterschied?
Seufzend rieb legte er sich die Flöte auf die Brust, welche zwischen zwei seiner Rippen liegen blieb. Er rieb sich mit Daumen und Zeigefinger die Augen, um den Kopf freizubekommen. Das ganze Nachdenken in letzter Zeit war er nicht wirklich gewohnt. Am besten konzentrierte er sich auf das Kommende. Auf den Auftritt. Und wie er das Stück ohne Reia üben sollte... übte sie es überhaupt? Ächzend erhob er sich plötzlich und rutschte von der kleinen Mauer hinab. Er würde losgehen und irgendwen suchen, mit dem er reden konnte... Er brauchte ablenkung, unbedingt. Sonst würde er wieder ewig nachdenken, über Dinge die ihm früher nie in den Kopf gekommen wären. Mit der Flöte in der Hand wanderte er langsam richtung Armenhaus, Tellin war sicherlich da.
Seine Hand griff nach dem nächsten Kreisrunden vorsprung des Brunnens, der Stein fühlte sich so kalt und rau an unter seinen Fingern. Ganz anders als das Gefühl welches in ihm tobte. Er drückte sich mit den Beinen ab und kletterte mit einem kurzen Schwung gekonnt den Brunnen empor. Nun stand er da, mit der Schulter an die Statue gelehnt welche ganz oben auf der Spitze des Hafenbrunnens thronte. Eine überwältigende Aussicht über den Hafen Sturmwinds bis hin zum Horizont an welchen das glitzernde Meer reichte, bot sich ihm dar. Es konnte sicherlich nicht jeder derlei Ausblicke bewundern, aber Eik war ja zum Glück schwindelfrei. Schon immer gewesen. Mit friedlicher Mimik schloss er die Augen und genoss die kühle, würzige Seeluft welche ihm über sein Gesicht wehte. In der Ferne hörte er die Möwen kreischen und das tägliche klopfen, klappern und gemurmel das vom Hafen aus hier hoch drang. Es war perfekt, alles war wieder perfekt und ging seinen gewohnten Gang. Ein beständiges kribbeln trug er nun in seiner Magengrube, ein Kribbeln wie das leichte kitzeln der warmen Sonnenstrahlen auf seiner Haut. Fast zwei Stunden lang hatte er heute schon mit Rotho das Kämpfen geübt, danach war er in das Armenhaus gewandert um sich dort in dem kleinen Bad unter der Holztreppe zu waschen und vom Schweiß und Schmutz zu befreien. Nun duftete er leicht nach der Veilchenseife, was aber um Längen besser war als nach Schweiß zu stinken. Zudem, wollte er Reia nicht gleich wieder vertreiben. Ein warmes Glücksgefühl breitete sich in seiner Brust aus, sein Herz schien vor Freude Luftsprünge zu machen, während sich ein breites und zufriedenes Lächeln auf seine Lippen stahl. Endlich hatte er sie wieder, endlich. Er fühlte sich wie ein Bach nach einem langen, harten und kalten Winter welcher nun endlich wieder sprudelnd und tosend dahinsausen konnte. Ungehindert, ungestörrt, frei und voller Leben. Ab sofort würde er auf Reia aufpassen, immer und überall. Ganz egal wie es ihm selbst ginge, das hatte er sich fest vorgenommen. Er freute sich schon auf Nordend, auf den Auftritt dort. Denn immerhin hatten Reia und Er den Abend zuvor noch fleißig geübt. Er freute sich darauf seine alte Heimat wiederzusehen, mit all ihrer Pracht und das zusammen mit Reia. Ja, diese Leere, dieses Loch in ihm war wieder ausgefüllt. Er fühlte sich wieder komplett, die Melancholie und Lustlosigkeit der letzten Tage war schlagartig gewichen. Vertrieben von purer Euphorie, Tatendrang und Lebensfreude. Er hatte nun ein beständiges Dauergrinsen im Gesicht. Nur die leichte Verträumtheit war noch geblieben, aber sonst war er wieder ganz der Alte. Nur, das er nun auf Reia aufpassen würde und nichtmehr so schnell davonlief.
Nach 2 Monaten ist es endlich vollbracht! Eik ist vom Wehleidigen Taschendieb zum Fröhlichen Gaukler mutiert! Und das, ohne seine Eikigkeit zu verlieren^^
Mal ein Dank an alle die mir bei der Veränderrung von Eiks Verhalten bewusst oder unbewusst geholfen haben Ich werde demnächst mal eine Char beschreibung von ihm ins Forum stellen sowie der Geschichte seiner Vergangenheit^^
Eik, ich habe dir zu danken, dass du deine tollen Emotes dem Wagen udn seinen Auftritten zur Verfügung stellst. Ebenso wie mir die Char änderung spass gemacht hat. Willow mag Eik sehr.
Auch an dieser Stelle danke ich euch nochmal für den tollen Abend gestern. Es waren zwar weniger Zuschauer als erwartet, aber es war für mich weit weniger ANstrengend, alles zu koordinieren, weil ihr so super motiviert und vorbereitet wart! Großen Dank auch nochmal an den lvl-wütigen Bären und seine spektakuläre Dompteuse. Screens folgen noch, ich geh nun erstmal arbeiten!
*wirft sich Poweremotemässig auf alle anderen und zwingt sie zum Gruppenkuscheln*