Der Butler Dominos half seinem Dienstherrn in das Jackett und rückte ihm den Schlips noch zurück. Sie standen gemeinsam im Anziehzimmer vor dem mannshohen Spiegel. Lord Sinclair von Bubenhaus betrachtete sich eingehend. Sein Schneider hatte gute Arbeit geleistet. Sinclair nickte seinem Ebenbild zufrieden zu. Die Leute würden sich heute Abend sicher alleine schon von seinem Auftreten beeindrucken lassen.
Dominos zupfte noch an Sinclairs Kragen herum, als Estrella das Anziehzimmer betrat. "Liebster, bist du dir wirklich sicher, dass du das tun möchtest?" Sinclair lächelte seine um mehr als zwanzig Jahre jüngere Frau an. "Ja. Jemand muss nun einfach etwas unternehmen." Estrella legte ihre Hand sanft auf seine frisch rasierte Wange. "Du bist so mutig, Liebster", hauchte sie. Sinclair schien einige Zentimeter zu wachsen und zog seine Frau an sich.
Dominos hatte sich einige Schritte zurückgezogen und blickte diskret zu Boden. Nach einigen Augenblicken hüstelte er leise. Seine Stimme klang angenehm zurückhaltend, wie immer. "Lord, verzeiht, aber ich fürchte, es wird Zeit zu gehen."
Sinclair liess nur ungern von seiner augenblicklichen Tätigkeit ab und blickt ungnädig auf. Ungeduldig wedelte er mit der Hand in Dominos' Richtung. "Sie werden warten. Hol schon mal die Rede aus meinem Arbeitszimmer, und geh vor. Ah – ich will die Kodolederschuhe anziehen, stelle sie mir schon bereit." Der Butler zog geräuschlos die Tür hinter sich zu und seufzte dann ergeben. Die Geräusche, die durch die schwere Eichentür drangen, liessen ahnen, dass er sich Zeit lassen konnte beim Bereitstellen der Schuhe. Es war ihm auch klar, dass er seinem Herrn nochmals in die Kleidung helfen musste und dass sie sich danach zu beeilen hatten, um rechtzeitig zur achten Stunde in der grossen Halle im Zwergenviertel zu sein. **
ooc: Zur Erinnerung: Alle sind herzlich eingeladen, die öffentlich angekündigte Rede des Lords anzuhören, heute, 20 Uhr, Zwergenviertel, grosse Halle.
** Dies ist die zensierte FSK-12-Version. Der FSK-18-Text ist nach Vorlage eines Ausweises per Ingame-Brief bei Dominos erhältlich
Alle Geschichten sind auch im Aldor-Wiki zu finden. Ein jeder darf gerne daran mitarbeiten und Bilder einfügen
Euer Plotteam
_______________________________________________
Unsicherheit & Angst (Autor: Diarmai)
Sie sollte unsicher sein, besorgt... vielleicht gar ängstlich.
Es begann schleichend, und nur wenige haben wohl bewusst Notiz von dem genommen, was der heutigen Situation vorausging:
Die vielen Todesritter verbreiteten schon seit ihrer Ankunft Verwirrung, Besorgnis und Angst unter dem Volke... und bei nicht wenigen auch Wut und Hass. In den Städten, vor allem aber in Sturmwind waren vermehrt Bettler und Kleinkriminelle zu sehen gewesen, abgerissene Gestalten nennt man solche wohl. Die Wachen sah man immer öfter unfähig herumstehen, selbst normalen Eskalationen waren sie kaum gewachsen... vielleicht waren sie auch schlicht überfordert bei den sich anscheinend endlos mehrenden Vorfällen.
Und die Helden? Wo waren sie hin, die rechtschaffenen, die kampfstarken, diejenigen, die einem durch die blosse Anwesenheit ein Gefühl der Sicherheit und Ruhe vermittelten? Richtig: Die meisten waren weit fort, Tages- oder gar Wochenreisen entfernt in fernen Ländern. Die, die noch vor Ort waren erschienen fast schon deplatziert, wirkten unruhig und sprachen von kaum anderem als von der baldigen Abreise in eben jene Länder, in der ihre Vorgänger schon längst um ihr und unser aller Leben kämpften, gegen das personifizierte Böse, den Feind allen Lebens, den Lichkönig.
Und sie, die niederträchtigen, die kriminellen und machtgierigen nutzten die so offen dargebotene Schwäche der Heimat aus. Natürlich taten sie das, dumm wäre wohl, eine solche Chance nicht wahrzunehmen, und so häuften sich langsam aber sicher die Schreckensmeldungen. Hier ein Einbruch, dort ein Totschlag... die alte Heimat in Aufruhr. Fast immer traf es wohlhabende oder bekannte Leute, die, die sich sonst sicher fühlen konnten mit der Position die sie inne hatten.
Sie sollte unsicher sein, besorgt... vielleicht gar ängstlich.
Das neu aufflackernde Leuchten in Augen, welche vorfreudig, ja beinahe liebevoll über die so lange vergessene Uniform schweiften sprach allerdings eine ganz andere Sprache.
Sie schritt durch die straßen...ihr blicck wanderte suchend umher....es war stunden her seit sie das Letze mal das wort "Wache!" gehört hat.Auf ihren lippen liegt wie von ihr bekannt das ruhige lächeln.
Mit einem mal bleibt sie stehn udn blickt auf denn Zettel an der Wand:
"Werte Bürgerinnen und Bürger Sturmwinds!
Diebe und Scharlatane gehen um. Sie stehlen, plündern und zerstören unsere so hart wieder aufgebaute Stadt und das mehr denn je. Diese Unholde terrorisieren den Adel, die Paladine und schrecken auch nicht vor Brandschatzung zurück. Die Vorkommnisse der letzten Wochen sollten nun schon an jeden herangetragen worden sein, der sich als Bewohner unserer glorreichen Mauern sieht.
Lord von Bubenhaus hat sich dazu entschieden denjenigen reich zu entlohnen, der ihm seine gestohlenen Habseeligkeiten zurückbringt und den Dieb lebendig fängt.
Das Kopfgeld beläuft sich derzeit auf 1000 Goldstücke.
Auf Grund dessen wird Lord Sinclair von Bubenhaus am dritten Tag der Woche zur achten Abendstunde eine Rede in der großen Halle im Zwergenviertel halten. Er ist gewillt noch nicht bekannte Details und Hinweise, sowie eine Reflektion der vergangenen Wochen zu geben. Ein jeder ist herzlich eingeladen.
Dem Spuk muss ein Ende gesetzt werden!
Für den Adel, die Stadt und das Volk Sturmwinds! "
Sie blickt mehrmals auf denn Aushang und muss einmal schlucken....
"Das ist doch der Adlige der...sichbei mir gemeldet hat...." Setlina überlegt...und überlegt....und überlegt und weitet die augen. "Aye....das ist der.....naja.....wir haben zwar gesucht und verdeckt ermittelt aber....nichts gefunden.....Hm......" streift sich durchs Haar. "Das könnte unangenehm werden.....naja....er hat sich auch nicht mehr gemeldet.....hm....naja irgendwo selbst schuld...naja mal der rede mal ein besuch abstatten....."
Sie zieht ihre Hose hoch und schnallt denn gürtel enger....macht auf dem Absatz kehrt und verhaart in der Position....
"Ich wars ich wars ich wars!Ich hab die bank ausgeraubt!" sagt ein kleiner gnom der vor ihr rumspringt und ein sack auf dem rücken hat.
Man hört nur im hintergrund jemand rufen:"HALTET DENN DIEB!"
Setlina seufzt zieht ihre Waffe und rennt dem Gnom nach und murrt:"Nach dem ich denn gnom gefangen habe"
_______________________________________________
Adel in Furcht, Angst des Volkes (Autor: Dandiran)
Nachdem Dandiran Schwertbach die Ansprache des fetten Adeligen zu Ende gehört hatte, sprang er auf. Wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann musste er sich eingestehen, dass er die meisten Passagen darin ohnehin nicht verfolgt hatte - denn sobald das Hügelland Erwähnung gefunden hatte war seine Aufmerksamkeit dahin gewesen.
"Ich muss nach Hause.", murmelte er in seinen ergrauten Bart. "Und zwar so bald wie möglich..."
Um keine Zeit zu verlieren, hastete er nach draußen. Sein Pferd stand noch an genau jenem Laternenmasten angebunden, an welchem er es verlassen hatte.
"Gut.", meinte er grimmig. "Wenigstens Dich haben sie noch nicht gestohlen, alter Freund. Ich hoffe, dass das nicht damit zusammenhängt, dass mein hügelländer Adelstitel hier niemandem etwas sagt."
Bevor Dandiran, der Thain von Schwertbach in den Hügellanden, die Stadt verließ besuchte er die Kathedrale und erbat den Beistand des Lichts für sich und seine Landsleute. Wenn der Adel einer so mächtigen Stadt wie Sturmwind sich vor einer Gruppe gauner zu fürchten schien - dann war es für sein eigenes Volk umso schlimmer...
________________________________________
Die Stadtwache rüstet auf zur Bürgermiliz (Autor: Setlina)
Wenige Minuten nach der Rede von Lord Sinclair von Bubenhausen in der Kommandozentrale der Stadtwache...
"Nun gut dann wäre das beeschlossen.....ihr übernehmt die Bürgermiliz?"Setlina blickt richtung Ursus Stahlhaupt und Nilas .Beide nicken,Setlina lächelt."Nilas und ihr verfasst ein Brief an den Azeroth Kurier?" Dieser nickt ebenfalls "Gut gut und ich lasse Aushänge schreiben und in denn Straßen aufhängen....wäre doch gelacht würden wir die oder denn Kerl...... oder frau....nicht fangen..."
Setlian blickt sich im raum um,schaut dann zu der Notizwand der Wache und schaut zu Ursus: "Hauptmann haben wir eine Aktuelle liste unsere Rüstbestandes?"
"Nein Major leider nicht " Sie blickt säuerlich "Gut lasst eine anfertigen....die Ausrüstung stellen wir....Lord von Bubenhaus hat ja gesagt er wird uns mit spenden unterstützen..,"
"Nun gut dann wäre das vorerst geklärt....ich erwarte denn Lord Morgen zur 18 Tagesstunde und werde mich nochmal mit ihm Unterhalten"
Yorgen,Nilas,Lonar und Hauptmann Stahlhaupt nicken und stimmen zu.
"Wenn es was zu besprechen gibt....ihr wisst ja wo man uns findet" sprach Der Lordkommandant "Wir gehn zur Kathedrale...Licht"
________________________________________
Kleiner Mann im großen Kriminalfall (Autor: Nozzle)
Unser Blick gleitet über die Dächer von Stormwind, vorbei an geziegelten Dächern, Schindelfassaden und Schornsteinen. Und da ist auch ein Schriftzug, er lautet: „Eine Gnomeregan Film Produktion“ und dort, ein zweiter: „Ein Roman Gnomanski Film“! Langsam wird es Zeit, oh ja, da blendet sie schon ein, die Titelmusik...
Haben sie eine Scheidung, Oder eine Geldeintreibung? Fühlen sie sich von jemandem bedroht, Oder ist ein Verwandter plötzlich tot? Haben sie einem Ganoven getraut, Oder hat man ihnen ihre Braut geklaut? Gehen sie deswegen nicht gleich K.O., Kommen sie zu Nozzle ins Büro!
... das Bild passiert einen Kanal, einen Zipfel des Kathedralenviertels, einen weiteren Kanal und einen weiteren Häuserblock, um dann mit einem jähen „Whoosch“ in eine Straße ab zu tauchen und mit eben soviel „Whoosh“ kurz vor dem Boden eine Wendung nach links zu machen. „Sssooow~“ eine Kurve nach rechts und es hängt sich an die Fersen eines Gnomes, langsamer werdend. Wir blicken einem Gnom mit markantem grünen Bart in mattem grau und schwarz über die Schulter, das ein gnomisches Feuerzeuges wirft kurz sein Gegenlicht am Profil des Gnomes entlang. Das Feuerzeug klickt. Der Gnom... macht einen Zug aus der leeren Luft zwischen Mittel und Zeigefinger. Er setzt seinen Weg fort, hinaus aus der häuserflankierten Straße, auf einen Platz auf dessen anderer Seite eine große Halle wartet.
Dieser Gnom ist Nozzle S. W. F. Quarterwrench, Detektiv. Und dies ist Stormwind...
...Noir.
___________________________________________
Kurz nach der Versammlung (Autor: Zerwars)
Der junge Adlige stampft etwas verärgert durch die Kanale in Richtung Park. " Unglaublich, unglaublich von alleine macht niemand einen Finger krum um gegen dieses Verbrechen vorzugehen und wenn dann mit etwas Gold nachgeholfen wird beschwert man sich auch noch über das viele Geld. Wo sind wir hier eigentlich gelandet?!" An gekommen in seiner kleinen Villa lässt er sich in seinen Sessel vorm Feuer fallen. " Naja wenigsten schienen sie gegen Ende den ernst der Lage zu verstehen. Ich werde mit interesse die Geschenisse verfolgen." Ein Diener kommt mit einen Glas Rotwein herran geeilt. " Einen Wein Sir ? Zerwars nimmt das Glas und schwenkt es leicht dann nimmt er einen kurzen Schluck und schließt genießerich die Augen. " Ausgezeichnete wahl genau der Richtige nach einen Abend wie dieser" Zerwars sitzt noch eine ganze weile vorm Feuer bis er schließlich ins Bett geht.
"Vielleicht war es doch keine gute Idee... vielleicht... wars ne doofe." Dia sah sowohl unzufrieden als auch unsicher zu dem Mann neben sich, dieser schüttelte den Kopf. "Das ist Quatsch, die Idee ist gut! Warten wir erst mal ab, es wird schon wer kommen."
Sie hatte mal wieder eine Idee gehabt, kurz vor der Ansprache, und diese dann auch gleich bei dieser Versammlung kundgetan... allerdings schienen die Leute mehr in Streitstimmung gewesen zu sein als etwas tun zu wollen. Wurde schon der fette adelige Mann blöde angemacht dafür, dass er eine Wahnsinnssumme spenden wollte um die Stadt wieder zur Ruhe kommen zu lassen und seine Klunker wiederzuerhalten, wurde ihm gar unterstellt er habe selbst mit den Diebstählen und Vorkommnissen zu tun, so wurde dann auch ihr unterstellt, sie würde den Gaunern kämpfen beibringen.. bei ihrem SELBSTVERTEIDIGUNGSKURS.
Diarmai schüttelte missmutig den Kopf. Vielleicht wäre eine solche Unterstellung gar nicht so schlimm gewesen - im Eifer des Gefechts kann eine solche Reaktion ja durchaus aufkommen - wenn sie nicht zuvor lang und breit erklärt hätte, dass sie denen, die sich nicht wehren können und die sich ängstigen, ein paar Tips und Grundlagen vermitteln wolle, wie man sich in brenzligen Situationen verhält. Wenn sie nicht explizit darauf aufmerksam gemacht hätte, dass dieser Selbstverteidigungskurs KEIN Kampftraining sei, sondern theoretische Wissensvermittlung verbunden mit ein paar ganz einfachen praktischen Übungen. Wenn diese Aussage nicht ausgerechnet von einem WACHMANN gemacht worden wäre. Kein Wunder, dass die Wache nichts hinbekommt mit Leuten die nicht einmal in der Lage sind zuzuhören...
Wie zum Nether kommt man auf die Idee einen Kurs in Sachen Selbstverteidigung für Ahnungslose mit Kampftraining für Diebe und Gauner zu verwechseln? Unwillig brummte die Frau vor sich hin, doch aller Unmut half nun auch nichts mehr: Der Termin stand fest. Montag ab 20 Uhr.
"Ja... warten wir erst einmal ab..." murmelte sie leise.
--- ooc: Als Reaktion auf die sich in letzter Zeit häufenden Einbrüche, Diebstähle, Bedrohungen und Entführungen haben wir uns dazu entschieden, einen "Grundlagen der Selbstverteidigung" -Kurs anzubieten. Hier sollen jene Charaktere angesprochen werden, die eben nicht die Superevilmegakämpfer darstellen sondern "einfaches" Volk, das mit Waffen und Kämpfen nix am Hut hat und sich aufgrund der Geschehnisse vielleicht unsicher fühlt.
Gerüchte und Gerede breiteten sich in Sturmwind schneller aus als ein Eimer voll Kaulquappen in einem Badezuber, und so blieben einige Schlagworte auch Sida´s ewig wachsamen, umherhuscheden Blick nicht verborgen. Blick, ja, nicht ihren Ohren, die waren ja nutzlos und sorgten höchstens dafür, dass ihr Hüte nicht zu weit ins Gesicht rutschten.
Selbstverteidigung. Waffenunkundig, klein und schwächlich wie sie nun einmal war, empfand sie die Vorstellung beigebracht zu bekommen, wie man einem Gegner mit einer Nagelfeile ein Muster in die Eingeweide pervorieren konnte, als durchaus reizvoll.
Selbstverteidigung. Hätte die kleine, saubere Frau nicht gutgekleidet und gepflegt so einen feinen Eindruck gemacht, hätte man das, was da in ihrem Gesicht aufblitzte durchaus für ein sehr dreckiges Grinsen halten können...
Kralle schrie nicht. Er schrie niemals. Der große, schlanke Mann wandte sich seufzend von der Szene ab und trat aus dem Raum. Das sich regelmäßig wiederholende, knallende Geräusch von Leder auf nackter Haut verfolgte ihn jedoch auch bis nach draussen in die sternenbeleuchtete Nacht... und immer noch fehlten die Geräusche, die die Peitsche den Kehlen der Männer üblicherweise entriss. Auf Fehler folgte nun einmal Strafe.
Während er in den Himmel stierte - ein Anblick, der ihn immer wieder aufs Neue fesselte - dachte er darüber nach was passiert war. Es hatte so einfach begonnen, die meisten von ihm ausgesuchten Lieferanten gaben freundlich Rabatte für sein Gasthaus, schliesslich hatte er im Gegenzug regelmäßige Abnahme versprochen. Die Geschäfte liefen in letzter Zeit allgemein eben nicht sonderlich gut.
Aber dann war da Puppelyverbos gewesen. Dieser Sohn einer stinkenden Orkin hatte ihn ausgelacht, beinahe aus dem Laden geworfen hatte er ihn als Gedeon sein Angebot vorbrachte. Viel zu wenig sei es gewesen, eine Unverschämtheit hatte der alte Madensack sein Angebot genannt. Gedeon mochte weder offen ausgesprochene Beleidigungen noch Drohungen, und so hatte er nur sein Bedauern über diese Entscheidung ausgesprochen und war gegangen.
Natürlich liess er sich nicht kränken. Es war ein Fehler gewesen, ihn so zu behandeln, und auf Fehler folgte nun einmal Strafe. So hatte er einige Nächte darauf ein paar seiner Leute zu dem Laden geschickt, um ein wenig Verwüstung zu stiften und das Haus anzustecken. Allerdings... waren es eben seine Leute gewesen. Sie müssen gut gearbeitet haben, schliesslich kamen sie unbemerkt an und in den Laden; bis hierhin lief also alles wie geplant. Nachdem sie sich allerdings ordentlich einen genehmigt hatten begannen sie zu randalieren und mussten nur kurz darauf schleunigst flüchten. Anscheinend hatte ein Bewohner etwas gehört und rief nach Wachen. Sie waren, so hoffte er zumindest, entkommen ohne das sie jemandem eine Vorlage für genaue Beschreibungen liefern konnten, doch es war knapp gewesen. Viel zu knapp. Und das Feuer der Vergeltung blieb aus. Er konnte nur hoffen, dass dieses Werk auf diese Bande zurückfiel, die hier eh seit einiger Zeit ihr Unwesen trieb.
Er wandte sich vom Sternenhimmel wieder ab und seufzte erneut. Nachdem er den Raum wieder betreten hatte murmelte er eine kurze Anweisung und sofort wurde Kralle von den Fesseln befreit. Der Mann sackte in sich zusammen, nicht fähig, sich weiter auf den Beinen zu halten. Gedeon kniete sich neben den Gepeinigten und sein Gesicht zeigte ehrliche Bestürzung.
"Du weisst, wie sehr ich solche Methoden hasse, Kralle. Warum zwingst du mich zu so etwas?" sagte er leise, mit einem Anflug von Vorwurf in der Stimme. "Es quält mich, dich so sehen zu müssen, mein Freund." Kralle öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch vermochte seine Stimme nicht mehr als einige unkontrollierte Laute hervorzubringen. Der große, schlanke Mann nickte langsam. "Ich vergebe dir. Es war wohl eine zu schwere Aufgabe für dich... ich habe dich überfordert. Daher bin ich ebenso schuldig wie du."
Ruhig zog er das kleine Messer von seiner Gürtelhalterung und liess die Klinge über seine Brust gleiten. Dort, wo der Stoff nachgegeben hatte, fühlte es sich warm an. Lächelnd nickte er dem zusammengesunkenen Mann zu und erhob sich wieder, winkte dem Heiler Kralle zu versorgen. Zufrieden sah er an sich hinab, beobachtete, wie sich das helle weiss seines Hemdes langsam dunkel färbte. Auf Fehler folgte nun einmal Strafe. Immer.
Romy hatte keinen Begriff davon, wieviel das wirklich war, aber er wusste, dass es sehr viel war. Sehr, Sehr viel. Eine ganze Menge sogar. Und sie würden ihm ein angehmes Leben mit jederzeit so viel Wein wie er sich wünschte, garantieren.
Natürlich hörte er eine Menge in den Strassen, aber er hatte keinen Schimmer darüber, wer für diese Einbrüche verantwortlich war.
Ein Passant legte zwei Kupferlinge in seine Hand und Romy murmelte einen Dank, während er die Münzen einsteckte und die Hand wieder ausstreckte.
Brognan, oder Rotho, wie er sich jetzt nannte, überschlug diesen Betrag ein weiteres Mal mit dem mickrigen Sold, den er als Offizier der Stadtwache verdiente. Rechnen war zwar wie so vieles andere nicht gerade seine Stärke, doch wiesen allein die zwei Nullen am Ende bereits darauf hin, dass sich mit dem Gold weit besser leben ließ als er es bisher tat.
Während der Rappe sich gemächlich seinen Weg durchs Schlingendorntal suchte, kratzte er sich an der Wange, die ein ansehnliches Gestrüpp an pechschwarzem Barthaar beherbergte.
1200 Goldstücke ...
Nimm das, Viertes Wachbataillon. Nimm das, Sturmwind! Was lohnte schon Recht und Gesetz wenn man dafür wie ein Hungerleider lebte und sich täglich bespucken ließ? Mit dem Gold war er weit entfernt davon, ein gemachter Mann zu sein (eine Erfahrung, die er ohnehin bereits hinter sich hatte), doch wäre es kein schlechter Anfang, um...
Ja, was eigentlich?
Rotho zuckte mit den Achseln, setzte ein fröhliches Grinsen auf und trieb das Pferd in einen leichten Trab. Darauf kam es nicht an. Er würde später entscheiden, was er mit dem Gold tun würde. Er hatte keinen Zweifel daran, dass es sich bereits so gut wie in seiner Tasche befand.
Schatten betrachtete nachdenklich die glitzernden Edelsteine in der Schatulle. Die restlichen Wertsachen hatte der Auftragnehmer als Lohn behalten, nur diese auffälligen Edelsteine, auf denen in Feinstarbeit das Wappen von Bubenhaus eingeritzt war, und natürlich die Papiere hatte Schatten für sich beansprucht. Die Papiere waren längst verbrannt. Bei den Steinen war die Sache etwas schwieriger.
Schatten schmunzelte. Selbstverteidigungskurs. Bürgerwehr. Und 1200 Goldstücke als Belohnung. Wie niedlich, das alles war! Andererseits... die Belohnung konnte gefährlich sein, da sie wirklich hoch war. Aber dieses Problem hatten sie im Griff und würde bald gelöst werden.
Immer noch den Blick auf die herrlichen Steine gerichtet entstand allmählich ein Plan in Schattens Kopf. Die Ware war zu heiss, um sie noch länger hier aufzubewahren. Aber was damit tun? Verkaufen? Äusserst riskant. Auch wenn sie ursprünglich 900 Gold wert waren, so würde nun wohl das Zeug noch nicht mal ein Schwarzhändler anfassen. Die Steine waren im Augenblick so gut wie wertlos und ein massives Risiko. Und Schatten mochte keine Risiken. Einen Augenblick erwog Schatten, die Steine einfach in das schmutzige Wasser des Kanals zu kippen. Aber das war einfch zu schade für diese Stein - oder?
Unvermittelt klappte Schatten die Schatulle wieder zu und legte sie zurück in das Versteck hinter einem losen Wandbrett. Sie würden sich darüber beraten müssen.
Schweißgebadet erwachte sie. Die Bilder ihres Traums standen glasklar vor ihr, so klar, wie es bisher selten der Fall gewesen war. Beunruhigt zündete sie eine Kerze an und in dem flackernden, gelblichen Licht beruhigte sie sich langsam wieder. Sie kannte diese Art von Träumen, hatte sie seit ihrer Kindheit. Manchmal erwiesen sie sich als Vorahnungen, manchmal auch nicht. Doch schon lange waren sie nicht mehr so intensiv, so realistisch gewesen.
Sie wühlte sich aus ihren klammen Seidenlaken und ging ans Fenster. Still lag der Wald vor ihr, ein Nachtkauz schrie. Was sollte sie nun tun? Zur Stadtwache gehen?
Noch einmal dachte sie an ihren Traum zurück. Doch schon verflüchtigte er sich. Es war, als würde man nach einem silbrigen Fisch greifen, der rasch in die Tiefen eines dunklen Teiches verschwand. Da waren dunkle Schemen gewesen, die sich irgendwo in Sturmwind wispernd unterhielten. Es ging um…Raub? Oder Schlimmeres? Und eine Schatulle, mit etwas ungeheuer Wertvollem. Und fast wäre dieses Wertvolle weggeworfen worden, aber jemand hatte es sich anders überlegt. Und diese Schatulle…sie war noch irgendwo…aber wo? Und ein Brand, aber dieser war zeitlich verschoben zu den anderen Ereignissen.
Sie überlegte. Könnte es nicht so gewesen sein, dass sich die Gerüchte über die zunehmenden Verbrechen in Sturmwind in ihre Träume geschlichen hatten, um sich dort mit ihrer Fantasie zu vermengen? Es war schließlich nur ein Traum gewesen.
Doch andererseits: sie war nicht ohne Grund eine „Hellsichtige“, wie sie sich selber gerne bezeichnete. Sicherlich waren ihre Dienstleistungen läppisch. Die Karten, die sie legte und ihre Kristallkugel waren nur ein Faszinosum für einfache Menschen. Bäuerinnen, verliebte Mädchen und ab und zu eine Bürgerin aus der Stadt kamen zu ihr, um sich ihre Zukunft vorhersagen zu lassen. Vor kurzem war sogar ein geldgieriger alter Gnom bei ihr gewesen, der sich Hinweise für zukünftige Handelsgeschäfte erhofft hatte. Sie hatte auch schon die eine oder andere weggelaufene Katze aufgespürt. Madame Zahide – wie sie sich seit ihrem 17. Lebensjahr nannte – war nur eine von vielen Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Menschen ließen sich leicht manipulieren.
In Wirklichkeit war sie ganz anderen Künsten zugeneigt. Doch davon durfte natürlich niemand etwas erfahren. Schon gar nicht die einfache Dorfbevölkerung. Sicher: die eine oder andere Katze war nicht ganz ohne ihr Zutun verschwunden und hatte sich als hervorragendes Versuchsobjekt erwiesen. Denn sie konnte ihre…dunkleren Fähigkeiten ja wohl kaum an Menschen ausprobieren. Jedenfalls noch nicht. Und wenn, dann würde es eh nur diejenigen treffen, die es verdient hatten.
Jeder bekam eben das, was ihm zustand. Und sie? Sollte sie etwa wieder leer ausgehen, wie immer? Seufzend betrachtete sie ihr kleines Gemach. Ihr Blick glitt über die vollgestopften, verstaubten Regale, den billigen Sessel mit den abgescheuerten Armlehnen, den verbrannten Fleck auf dem schweren Brokatteppich, wo sie ihre…Rituale eingeübt hatte. Nein, sie hatte diese Mittelmäßigkeit einfach nur satt.
Vielleicht ließ sich ja aus dieser Sache doch irgendwie Kapital schlagen. Sie musste es nur geschickt anstellen. Sie setzte sich auf den Stuhl am Fenster und überlegte. Da war ein Name in ihrem Kopf…nur ein Name, aber vielleicht war er wichtig.
Sie wollte ihn gerade auf einem Stück Pergament notieren, als er ihr wieder entglitt. Er lag ihr auf der Zunge, doch… "Nun ja", dachte sie, "er wird mir schon wieder einfallen". Denn dies war das einzig zuverlässige an ihren Visionen: sie kamen immer wieder, ob nun tagsüber oder nachts.
Eine Weile starrte sie noch aus dem Fenster bevor sie die Kerze wieder löschte und in einen unruhigen Schlaf verfiel. Vielleicht würde sie zur Stadtwache gehen, doch dafür brauchte sie mehr Informationen.
Schließlich herrschte wieder eisige Ruhe im Dorf, nur der Nachtkauz schrie noch sein einsames Lied.
"Bürger von Sturmwind!Die Stadtwache und die Treue zur Silbernen Hand reufen euch auf sich bei der Bürgermiliz einzuschreiben!Die Rekrutierung findet im Haus der Argentumdämmerung statt! Dieses Befindet sich auf dem Kathedralplatz neber dem Rathaus!
Die Ausrüstung sowie Unterkunft wärend der Dienstzeit wird euch selbs verständlich zur Verfügung gestellt. Die Bürgermiliz wird als Hilfe der Stadtwache fungieren wenn diese in schwerenzeiten unterbesetzt sind.Ansonsten wird diese Inaktiv sein"
So lautet der Aushang in denn Straßen Sturmwinds.es haben in anscheind viele gelesen....doch es kamen nur drei freiwillige....drei....Drei Bürger die sich für die Ordnung und Sicherheit in der Stadt stark machen wollen.
"Der Nächste!" ertönt Setlinas stimme aus dem Haus der Argentumdämmerung auf dem Kathedralen platzz.Sie krizelte nebenbei etwas auf ein Block und rief erneut:" DER NÄCHSTE!"
"Major....es ist niemand da....." rief Ursus Stahlhaupt in das Haus hinein. "Das kann doch nicht wahr sein...." seufzelt die Frau Majorin vor sich hin....die Stunden verstrichen,sie hatte sich erhoben und ging nachdenklich im Zimmer umher....vieleicht hatte sie eine schlechte Ortsangabe gemacht....oder denn Bürger liegt wohl nichts an der Sicherheit in der Stadt.
Zweiters wird es wohl sein......Sie packte einen Stuhl und warf ihn gegen die Wand der krachend zersplitterte.
"Das kann doch nicht wahr sein!"
Im Laufe des Abends blieb es bei Drei Freiwilligen.....Sie trat zu ihren Kamaraden und Kamardinen hinaus vor die Tür.
"Männer.....wir legen die sache auf Eis.....drei sind zuwenig.....wir nehmen das selber in die Hand.....wir brauchen nur mehr Männer....ich werden denn Lord Kommandant unterrichten...Ehre dem König" -----------------------------------------------
Autor: Willowby
" Hmpf...das war ja nicht sehr informativ...."
Willowby tippte sich mit dem Zeigefinger gegen das Kinn und schien zu grübeln. Sehr ergiebig war das Gespräch mit der "neuen" vom Vierten nicht gewesen. Nichts wirklich neues über den Bubenhaus-Fall. Die Klunker waren nicht wieder aufgetaucht, es gab keinen Tatverdächtigen..nichts.....Ja gut *wackelt ironisch mit dem Kopf hin und her* sie machten eine Bürgerwehr. Aber würde ihr das ihren Weg zum Kopfgeld glätten? Nein , wohl eher nicht.
Hoffentlich hatten die anderen etwas mehr herausgefunden. Netesia wollte in der Bücherei stöbern und Rotho war nun schon tagelang in Beutebucht. WENN die Klunker wo auftauchen würden, hatt er gesagt, dann wohl dort.
Naja...Vielleicht war es gar nicht so schlimm, dass sie nicht rausgefunden hatte. Nozzle *ein Strahlen huscht über der Gnomin Gesicht* DER hat bestimmt was rausgefunden, immerhin war er der einzige Profi der kleinen Spürnasengruppe.
*Rutscht vom Bordstein und macht sich auf. Auf zurück zu IHRER Kiste* ----------------------------------------
Autor: Setlina
Sie tritt aus der Zentrale....es war wieder eine kurze Nacht...die sonne ist noch nicht wieder aufgegangen.
Sie setz sich in Bewegung zum nächt gelegenen Briefkasten und zieht ein Brief heraus.
"Ehrenwerte Frau Forestshade.
In denn nächsten Tagen erhaltet per Post eine Aufforderung euch mit Kommandant Brogan Rothgar,und der im Wachbericht erwähnten Josephina Fordragen in Verbindung zu setzen.
Ort und Zeitpunkt der Zusammenpunkt wird noch per Brief bekannt gegeben.
Meliah Anadra Gefreite des 4ten Wachbatallions"
Setlina muss sich denn Brief mehrmals durch lesen eh sie verschlafen realiesiert was da steht.
-In einer kleinen Villa irgentwo im Park von Sturmwind-
Zerwars schlüpft gerade mit hilfe zweier Bedienstete in seine Rüstung. " Sir, bitte bewegt euch nicht so viel das Kettenhemd hat sich verhädert." " Was zum Hänker veranstalltet ihr zwei Tölpel da eigentlich? Ihr solltet mir helfen und mich nicht an die Gardine fesseln. " "Sir bitte haltet still...." "Beeilt euch ich komme noch zu spät zur Rekrutierung der Bürgermiliz, als Mitglied des Adels will ich zeigen das wir gewillt sind ernsthalft gegen dieses Problem vorzugehen da darf ich es mir nicht leisten zuspät zu kommen."
-eine halbe Stunde später auf den Kathedralsplatz-
Vor dem Rekrutierungsgebäude steht Zerwars, schwitzend und nach Duftwasser riechend. Er sieht sich um: " Nicht grad viel was den Weg hierher gefunden hat." Zerwars kommt gleich als erstes dran. Er ist zufrieden. kanape 10min. später stanpft ein enttäuschter Zerwars aus dem Gebäude. "Was war denn das als ob sie bei dem Andrang der hier herscht keine Zeit hätte.....ernüchternt sehr ernüchternt. Naja so wie es hier aussieht wird es wohl eh nicht zu stande kommen eine Miliz zu bilden"
ooc: nun tut mir leid ich kanns nicht lassen ich muss mich trozdem bischen beschwehren einerseits es hatte wie ich auf der "einladung" gesehen hatte mehr leute zugesagt. es hätte mehr daraus werden können naja vorallem wenn in der Versammlung pläne darüber gemacht wurden. andererseits stimmt es schon ich habe auch nur durch einen glücklichen zufall erfahren das an dem abend die Rekrutierung war man hätte das nen bischen besser bekannt geben sollen. so das wars von mir --------------------------------------------------
Autor: Schuhputzer
Schatten war zum ersten Mal seit Beginn der Operation nervös. Und Hin-und-Her-Laufen im Zimmer half da auch nicht viel.
Im Augenblick schien zu viel schief zu laufen. Der nächste Auftrag war zwar erteilt - Schatten hatte sich davon überzeugt, dass die Anzahlung abgeholt worden ist - aber er war noch nicht erledigt, ganz offensichtlich nicht! Worauf wartete der Auftragnehmer? Oder war er etwa doch nicht so zuverlässig wie erhofft und hat sich mit dem Gold inzwischen abgesetzt?
Was Schatten aber wirklich nervös macht war, dass Zwielicht verschwunden war. Seit drei Tagen war keine Spur mehr zu finden. Und wie Schatten gehört hatte, war auch die Hand am Arbeitsplatz nicht aufgetaucht. Und das ausgerechnet jetzt! Wie konntenn die beiden es wagen! Schatten hatte die Wut im Griff. Äusserlich war nichts zu merken. Brav das bürgerliche Leben weiterleben, das war schon immer Schattens Devise gewesen. Nichts war hilfreicher als eine gute Tarnung. Aber zum Henker, sie mussten nun endlich entscheiden, was mit den Steinen passierte! Wenn nicht wenigstens Zwielicht in den nächsten Tagen erschien, würden Schatten und Chamäleon alleine entscheiden müssen. Mit einem letzten Blick zu dem losen Wandbrett verliess Schatten das Zimmer, um das ordentliche Tagwerk aufzumehmen.
Einige Stunden später war Schatten unterwegs zum Briefkasten, als plötzlich von hinten jemand auf die Schulter tippte. Schatten wirbelte herum und sah sich Zwielicht gegenüber. So plötzlich wie er verschwunden war, war er nun also wieder hier. Hastig blickte sich Schatten um und zischte dann beinahe unhörbar: "Wir treffen uns bei Chamäleon. In einer halben Stunde!" Und schon eilte Schatten weiter, in Richtung des Briefkastens.
Etwas mehr als eine halbe Stunde später sassen Schatten, Chamäleon und Zwielicht zusammen in Chamäleons Räumen. Die Tür war verschlossen, so dass sicher niemand hereinplatzen konnte.
Nachdem Schatten Zwielicht in sehr deutlichen Worten klar gemacht hatte, dass weder Chamäleon noch Schatten selbst auch nur im geringsten daran interessiert waren, zu hören, mit was für einem hübschen Mädchen sich Zwielicht die letzten drei Tage am Mondfest vergnügt hatte, diskutierten sie nun darüber, was mit den Steinen geschehen sollte, nach denen nun wohl jeder, der gerne 1200 Goldstücke besitzen würde, suchte.
Nervös trommelte das Chamäleon mit seinen Finger auf den Tisch. "Hört mal, wir sollten uns wirklich nicht zu lange hier aufhalten, ich will nicht, dass auch nur irgendjemand den leisesten Verdacht schöpft! Verdammt, Schatten, wir sitzen doch auch nicht an deinem Arbeitsplatz herum! Doch nun zu diesen Klunkern: Ich kenne mich mit solchen Steinen ja nicht sonderlich gut aus, aber können wir sie nicht unseren Goblins zum Abschleifen geben? Der eine oder andere sollte ja schon vertrauenswürdig genug dafür sein - Gnickelgrum würde mir da zum Beispiel einfallen. Wenn man dem ein schönes Sümmchen verspricht, kann der den Mund halten, da bin ich mir sicher. So könnte man aus den Steinchen vielleicht doch noch Profit schlagen." Es schaute Beifall heischend in die Runde.
Schatten wog den Kopf. "Ich weiss nicht... bei einem Kopfgeld von 1200 Gold traue ich eigentlich nicht mal mehr Gnickelgrum. Das Geld könnte jeden schwach machen." Schatten blickt zu Zwielicht.
Dieser brummte leise. "So klein und dann machen sie so großen Ärger." sagte er knapp, noch immer mit nachdenklicher Miene. "Kein Goldschmied wird das Abschleifen erledigen dafür ist die Ware zu heiß und ich glaube, dass sie das noch eine ganze Weile sein wird. Die Goblins? Zu wenig vertrauenswürdig und unfähig, was die Geschichte ja schon öfter gezeigt hat!"
Abermals blickte er in die Runde, strich sich nachdenklich über seinen Bart. "Schaffen wir sie erst einmal aus der Stadt ins Versteck. Da findet sie niemand und sie sind sicher. Wir können sie später verschieben, wenn es sowieso niemanden mehr interessiert woher sie kommen." Er grinste verschwörerisch.
Schatten nickte zögernd. "Manchmal frage ich mich, wie sicher das Versteck noch ist. Ausserdem lauf ICH nicht mit den Steinen herum! Aber in Ordnung, wenn du sie dahin bringen willst, mach das. Hol sie heute abend in meinem Zimmer, du weisst wo du sie findest und einen Schlüssel für die Zimmertür hast du auch. Allerdings schlage ich vor, dass wir mit zwei von den Steinen uns einen kleinen Scherz erlauben. Wir bringen sie in Umlauf. Einen hier, den anderen...vielleicht in Beutebucht? Jedenfalls sollten die Wachen denken, die Steine wären alle im Schwarzhandel. Dann laufen sie dieser Sache nach und wir haben in Ruhe Zeit, um unser eigentliches Ziel weiterzubearbeiten."
Zwielicht fuhr mit der Handfläche über den schön polierten Tisch. "Schön! Dann machen wir das so und ich bringe die Steine "heim". Zwei Rubine und vier Diamanten...hm, dann von jedem einen?"
Schatten und Chamäleon nickten zu dem Vorschlag und Schatten erhob sich schon. Die Arbeit wartete. "Ich werde dafür sorgen, dass der Diamant hier auftaucht. Zwielicht, wenn du schon zur Mondlichtung gereist bist, kannst du ja wohl auch nach Beutebucht fahren und dafür sorgen, dass der Rubin dort irgendwo in den Umlauf kommt. Aber sorg gefälligst dafür, dass deine Hu…Weiber keinen Verdacht schöpfen!"
Mit diesen Worten verliess Schatten das Haus. Kurz darauf trat auch Zwielicht aus der Tür.
Schon wieder erwachte sie mit pochendem Herzen. Für einen Moment wusste sie nicht, ob sie noch träumte oder schon wach war. Panisch zog sie die Vorhänge am Fenster auf und fahles Mondlicht fiel ins Zimmer. Nein: den flüsternden Schatten am Fuße ihres Bettes hatte sie sich nur eingebildet.
Sie öffnete ihr Fenster und sog die hereinströmende, kühle Nachtluft dankbar in sich hinein. In der Ferne erklangen Stimmen von einem Fest, Musik drang leise an ihr Ohr.
Diesmal war ihr Traum genauso klar, aber ebenso rätselhaft gewesen. Nur hatten sie die körperlosen Stimmen noch mehr geängstigt als in der Nacht zuvor. Und in dem Moment, als das Gesicht eines der drei Schemen aus der tintenschwarzen Finsternis des Traumes langsam Konturen annehmen wollte, war sie aufgewacht! Doch da waren auch neue Bilder gewesen. Sie hatte von einer fernen Gegend geträumt, in der sie selber noch nie gewesen war. Doch welche? Sie hatte den Wald von Elwynn und Westfall nie verlassen.
Sie wusste, dass diese Träume sie ihr Lebtag verfolgen würden, wenn sie nichts unternahm. Ja, dachte sie, sie würde in wenigen Tagen nach Sturmwind aufbrechen und die Stadtwache aufsuchen, auch wenn sie praktisch nichts in der Hand hatte. Ein vager Hinweis wäre vielleicht besser als garkeiner. Sie würde damit leben können, wenn man sie nicht ernst nahm. Denn wer glaubte schon einem dahergelaufenen Medium?
Aber sie würde ihre Hilfe anbieten. Natürlich zu ihren Bedingungen. Und wer könnte es schon überprüfen, ob einer ihrer Hinweise der Wahrheit entspräche oder nur ausgedacht war? So machte sie es schließlich immer, wenn sie mit gespielter Konzentration in ihre Kristallkugel blickte oder mit dramatischer Stimme behauptete, der verstorbene Verwandte einer dummen Bäuerin befände sich gerade in ihrem Körper.
Sie würde sich noch eine Strategie zurechtlegen müssen. Das wenige, dass sie über diesen Fall wusste, musste noch ein bisschen ausgeschmückt werden. Informationen, die so vage waren, dass man sie weder überprüfen, noch widerlegen konnte.
Sie lächelte. Ja, überlegte sie, vielleicht würde das versprochene Gold bald ihr gehören…
ooc: Ich habe nicht vor Power-RP zu betreiben, d.h. Nierika wird nicht plötzlich in der Lage sein, die Diamanten oder die Schuldigen zu finden. Als Spieler weiß ich ebenso viel bzw. wenig wie alle anderen Plotteilnehmer.
----------------------------- Autor: Schuhputzer
Zwielicht kletterte in Sturmwind vom Greifen und reckte sich. Der Flug von Booty her war kalt und lang gewesen. Und während des Fluges hatte er begonnen, darüber nachzudenken, ob sie nun nicht einen Fehler gemacht hatten.
Es war sündhaft schade, einen so teuren Stein zu opfern. Und wenn dieses Opfer nun einfach für nichts war? Wenn nun dieser Goblin den Stein einfach in seinen Sack steckte und verkaufte? Warum sollte er es nicht tun, es würde nicht so viel bringen wie die Belohnung, aber immerhin, es war ein schöner Rubin, wenn man das Wappen entfernte... Was konnten sie tun, um sicherzustellen, dass die Spur, die sie gelegt hatten nicht im Sand verlief? Ein so verdammt teurer Stein!
Seine Schritte wurden schneller als er durch Sturmwind ging. Es musste doch noch eine Möglichkeit geben... In seinem Kopf formte sich allmählich eine Idee. Einen flüchtigen Augenblick lang überlegte er, ob er die anderen darüber noch informieren sollte, verwarf den Gedanken aber sogleich wieder. Schliesslich hatte Schatten ihn aufgefordert, sich um die Spur in Booty zu kümmern. Dann begann er zu grinsen. Er hatte einen Einfall. Ein wirklich lustiger Einfall, der ihm endlich wieder den Spass an der Sache brachte, den er brauchte.
Etwas später beugte er sich über die letzte Ausgabe des Kuriers, schnitt sorgfältig Buchstaben aus und klebte sie säuberlich auf ein leeres Pergament. Aus den Buchstaben entstanden Sätze und schon bald hatte er zwei Briefe, die er zufrieden in einfache Umschläge verpackte.
"Besten Dank, mein Herr. Und einen schönen Tag euch noch"
Der Schuhputzer blickte noch kurz seinem Kunden nach, der sich mit glänzend eingefetteten Lederstiefeln davon machte. Dann beugte der junge Gnom sich über seine Tasche, um die Münzen, die er gerade verdient hatte, sowie seine Bürste zu verstauen. Plötzlich stutze er. Was war das? Ein winziger Lederbeutel mit einem Zettel daran lag in seiner Tasche und daneben blitzte eine Goldmünze. Wie kam das hier rein? Seit wann lagen die Dinge in der Tasche? Hatte vorhin, als er die Stiefel eingefettet hatte, jemand diesen Beutel und die Münze in die offene Tasche fallen lassen, ohne dass er es bemerkt hatte? Oder schon früher?
Verblüfft griff er danach und las den Zettel.
"Öffne den Beutel NICHT! Leg ihn der blinden Bettlerin in die Büchse. Sprich nicht mit ihr, geh einfach weiter. Das Goldstück ist deine Belohnung. Tust du nicht, was ich verlange, lernst du das Monster im Kanal kennen - erinnerst du dich?"
Natürlich erinnerte der Schuhputzer sich. Er hatte neulich schon einmal einen ähnlichen Auftrag ausgeführt. Damals war ein Mann zu ihm gekommen, allerdings hatte er ihn nicht erkennen können, da er eine Kapuze über sein Gesicht gezogen hatte. Elegante Schuhe aus feinem Stoff hatte er getragen. Der Mann hatte ihm den Auftrag erteilt und damit gedroht, dass er und die Bettlerin Bekanntschaft mit dem Monster im Kanal machen würden, wenn sie nicht genau das taten, was er verlangte. Auch damals hatte er ein Goldstück bekommen.
Wie schon das letzte Mal, zögerte der Schuhputzer nicht, genau das zu tun, was von ihm verlangt wurde. Zum einen bekam er Lohn dafür - und zum andern wollte er keinen Ärger. Solche Aufträge erledigt man am besten einfach und vergass sie dann schnell wieder.
Er steckte also die Goldmünze in seine Tasche zurück und schulterte diese. Neugierig wog er das Beutelchen in seiner Hand. Es war leicht und es klimperte nicht. Er ging los, um sich auf die Suche nach der Bettlerin zu machen. Unterwegs betastete er das kleine Lederbeutelchen. Es schien nicht Münzen zu enthalten sondern nur etwas - Kleines, Hartes.
Er sah die Bettlerin in der Nähe des Kanals sitzen. Er blickte sich kurz um. Keine Passanten. Er ging zu ihr und liess das Beutlchen in ihre Büchse fallen. Dann entfernte er sich rasch wieder - ohne ein Wort zu sagen, wie es auf dem Zettel stand. Erst als er schon wieder auf dem Marktplatz war, fiel ihm ein, dass der Zettel immer noch an dem Beutelchen gehangen hatte. Hätte er ihn wohl entfernen sollen? Er schluckte leer. Hatte er seinen Auftrag nicht ordentlich erledigt?
Das Geräusch war ohnehin schon laut, unter dem dünnen Dach des Verschlages war es ohrenbetäubend. Regen. Eine namenlose Gestalt blickte stur geradeaus, während der dichte Vorhang aus unzähligen Wassertopfen um den kleinen Viehverschlag mit Sturmeszorn wütete.
Es schüttete wie aus Kübeln. Vor einer Weile waren die Wolken vom Meer herangezogen, man hatte es förmlich kommen sehen. Der nebelverhangene Morgen, die seltsam drückende Luft, die einem das Atmen schwer machte, die dichte Wolkendecke am Horizont: all das waren nützliche Indikatoren gewesen. Der Blick der namenlosen Gestalt durchdrang den Vorhang aus Kälte und Nässe und traf, vom Licht einer Straßenlampe geleitet, auf die imposanten Torflügel einer protzigen Villa. Hinter den Fenstern brannte flackerndes Kerzenlicht; kein Wunder, da die Wolkendecke selbst das wenige Mondlicht abschirmte. Es war stockdunkel. Die wenigen Öllampen, die dem donnernden Regen trotzig die Stirn boten, wankten im schneidenden Wind und spendeten weniger Licht, als dass sie den Schatten noch mehr Substanz gaben. Alle Farben wirkten ausgebleicht, der Regenvorhang schluckte sie einfach. In diesem Zwielicht war die Gestalt mit ihrem grauen Ölmantel und dem Lederhut mit breiter Krempe beinahe unsichtbar, nur ein weiterer verwaschener Fleck. Sie fokussierte die Türe, als wolle sie sie mit ihrem Blick durchbohren.
Heute war es soweit. Die Gestalt dachte noch ein mal an den Auftrag, an das unscheinbare Papier was sie sofort verbrannt hatte. Eine heikle Aufgabe, aber die Belohnung war das Risiko wert. Ja. Heute. Heute war es soweit.
Ihr Blick glitt über die unförmigen Fresken und pompösen Verzierungen die jeden Quadratzentimeter der Häuserfront bedeckten. So eine prunkvolle Geschmacklosigkeit konnten sich nur sündhaft reiche Leute leisten. Die schemenhafte Figur leckte sich mit der Zungenspitze über die Lippen, wie immer wenn sie nervös war. Das Leder ihrer Handschuhe knarzte leise als sich ihre Rechte um den beruhigend harten Holzgriff ihres Totschlägers schloss. Dickes, festes Eichenholz mit einem schweren Eisenkopf. Mit entsprechender Wucht hatte es auf einen Kopf die selben Wirkung wie eine Ogerfaust auf eine überreife Melone. Ein Blitz riss die Gestalt aus ihren Gedanken, die ganze Szenerie in gleißendes Licht tauchend. Kurz darauf wurde im Innern der villa das Licht gelöscht. Die Gestalt atmete tief aus. Und wartete.
Eine Minute verging. Eine weitere Minute verging. Und noch eine. Die Gestalt zählte im Kopf leise die verstrichene Zeit mit, bis sich endlich etwas regte. In einer kleinen Gasse, direkt an der Seite des Prunkbaus, öffnete sich eine niedrige Türe. Ein älterer Mann in Dienstbotenkleidung kam heraus, einen improvisierten Regenschutz aus Leder über sich haltend. Er trug einige große Säcke und schleifte sie um eine Ecke hinter das Haus. Selbst auf die Entfernung in der sich die Gestalt aufhielt war der Gestank von Essensresten deutlich wahrnehmbar. Sie lächelte wortlos. Oh ja. Lord Bubenhaus pflegte fürstlich zu speisen. Es gab fast kein Menü mit weniger als drei Gängen - und was übrig blieb und selbst die Katze nicht mehr wollte... nun... anstatt es dem Armenhaus zu geben ließ er es seinen Bediensteten jeden dritten Abend einfach in eine Rohrleitung stopfen, die zu den Docks führte. Dort unten lagerte all der Müll der Stadt, bevor er aussortiert oder verschifft wurde - es war überraschend wie viel man in der Beutebucht für gut erhaltenen Müll bekam. Und eine gefüllte Geldbörse war dem Hausherrn wohl weitaus angenehmer als gefüllte Kinder- und Obdachlosenmägen.
Die Gestalt zögerte nicht länger und lief los. Das platschende Geräusch ihrer Schritte wurde vom Prasseln des Regens übertönt, also gab sie sich gar nicht erst Mühe, vorsichtig zu sein. Mit weiten Schritten näherte sie sich der Hauswand und huschte durch die offene Seitentüre, direkt im Innern einen Haken nach links schlagend und die nassen Sachen abstreifend, mit denen sie im Regen ausgeharrt hatte. Sie stopfte sowohl den Hut mit breiter Krempe als auch die ölbeschichtete Kutte in einen großen Ledersack und band ihn sich um die Hüften. Trotz der nassen Fracht war in dem geräumigen Beutel dennoch viel Platz - und diesen hatte die Gestalt auch vor zu nutzen. Doch alles zu seiner Zeit. Sie atmete durch und sah sich um.
Bis hier hin hatte sie alles geplant. Sie hatte das Haus tagelang beobachtet, jede Unregelmäßigkeit und jede Regelmäßigkeit notiert. Wie gut die Türen gesichert waren, welche Eintrittsmöglichkeiten es gab und wann die Wachen abgelöst wurden. Bisher hatte alles wie geplant funktioniert. Der Hausdiener hatte die Seitentür geöffnet und sie war hineingehuscht, im Schutze des Sturmes. Außerdem hatten sich die Wachen an der Türe ins Innere der Villa verzogen. Kein Geld der Welt war es wert, sich bei so einem Wetter vor der Haupttür zu postieren, noch dazu in einer schweren Rüstung. Die Gestalt hörte ihre Stimmen. Vermutlich saßen die Wächter im Empfangssaal und versuchten vergeblich durch den dichten Regenschleier irgendetwas außerhalb des Hauses zu erkennen. Der Raum in dem sich die Gestalt befand war klein und relativ unspektakulär eingerichtet. Es gab eine Anrichte, mehrere Vorratsschränke und einen großen Wandschrank. Der Boden bestand aus groben Diehlen und war an vielen Stellen nass oder feucht - offenbar wurde selbst bei solchem Wetter hier des Öfteren ein und ausgegangen. Auf der Anrichte befanden sich mehrere Messer, ein großes Schneidebrett und die traurigen Überreste eines gehäuteten Hasen. Sie befand sich in der Hausküche. Der Geruch von Senf, Fleisch und Pfeffer war fast erdrückend. Aber es passte ganz in das Bild was die Gestalt inzwischen von Lord Bubenhaus gewonnen hatte. Er aß nicht nur gerne, sondern auch übermäßig stark gewürzt und in rauen Mengen. Kein Wunder, dass er schon drei mal seine Ringe weiten lassen musste, weil sie nicht mehr auf seine gichtgeplagten Finger passten.
Die Gestalt ging weiter, dem spärlichen Licht im Hause folgend, und betrat das Speisezimmer. Glücklicherweise lag es nicht im Einsichtsbereich der Empfangshalle und selbst die Stimmen der Wachleute verstummten zu einem dumpfen Rumpeln. Die Gestalt leckte sich über die Lippen. Sie starrte auf die große, zweiflüglige Türe. Diese war aus Buche, jede Stelle versehen mit geschnitzten Verzierungen. Die Gestalt streckte bereits die Hand nach den dünnen Metallringen aus, die in die Vorderseite jedes Türflügels eingelassen waren, doch dann zögerte sie und sah sich um. Der Raum war nur indirekt mit der Küche verbunden und offenbarte nicht die selbe, simple Funktionalität. Zerbrechlich wirkende Holzstühle und ein Paar fürstlich anmutender, mit Samt bespannter Sessel, bildeten einen Kreis um eine lange Tischtafel aus poliertem Holz mit einer Marmoreinlage in der Mitte. An der Wand direkt hinter den Sesseln - die wohl für die Hausherren gedacht waren - befand sich ein Buffettisch auf dem etwas sofort die Aufmerksamkeit der Gestalt fing. Sie ging hinüber, packte einen der wuchtigen Gegenstände und drehte ihn im schwachen Licht des Halbdunkels. Kerzenleuchter, wuchtig und massiv, daneben eine Ansammlung geschmacklos verschnörkelten Bestecks - beides aus reinem Silber. Zwar trugen alle Sachen das Bubenhausener Siegel, aber wer würde sich darum noch scheren, wenn sie erst ein mal eingeschmolzen waren? Sorgfältig stopfte die Gestalt alles in seinen Ledersack, bis dieser aus allen Nähten zu platzen drohte. Dann ließ sie den Sack auf den Boden sinken, so behutsam es ging. Das letzte was sie nun brauchen konnte wäre ein verräterisches Klimpern, zumal sie meinte stapfende Schritte zu hören. Der Hausdiener war mit seiner Arbeit fertig und auf dem Weg zurück.
Verdammt! Dieser Kerl war schneller als gewöhnlich, vermutlich trieb ihn der strömende Regen so zur Eile. Die Gestalt hatte keine Zeit mehr. Achtlos stapfte sie direkt auf die Tür zu und zerrte an den Ringen. Als sie merkte, dass die Türen verschlossen waren, stemmte sie sich mit ihrer Schulter dagegen. Das dünne und weiche Buchenholz gab augenblicklich nach und mit einem deutlich hörbaren Splittern öffneten sich die Türflügel. Die Gestalt reagierte schnell. Ihr Blick fiel umgehend auf das dominierende Objekt im Raum: ein großes Bett aus geschnitztem Edelolz mit einem Baldachin, mit einer schier unmöglichen Anzahl Kissen ausgestattet. Und mitten zwischen den Kissen zwei Gesichter. Das eine ferkelrosa, feist und breit - das andere bleich und schmal. Und beide starrten genau in die Richtung der Gestalt, die es gewagt hatte soeben in ihr Schlafzimmer einzubrechen. In diesem Moment war die Gestalt sehr froh darüber, dass sie trotz des unbequemen Sitzes doch noch die dicke Ledermaske angezogen hatte, die ihr Gesicht und ihren Kopf verbargen. Lediglich die Augenpartie blieb frei, und diese Augen wurden fixiert von einem ungläubig dreinblickenden Lord Bubenhaus.
"Wer seid... was...", begann er zu stammeln, bevor banges Erkennen mit lange gehüteter Vorahnung in seinem Geist zusammen traf.
"Oh nein, nein... lasst mich in Frieden! Ich gebe euch was ihr wollt, lasst mich in FRIEDEN! WACHEN! WACHEEEEN!"
Er stieß einen hysterischen Schrei aus und versuchte zurück zu rutschen, doch die gewaltigen Daunendecken und Federkissen behinderten ihn dabei mehr, als es selbst Treibsand gekonnt hätte. Seine Frau war starr vor Schreck, starrte einfach nur mit offenem Mund auf den Eindringling, damit hatte sie nicht gerechnet. Damit hätte sie nie gerechnet. Der Schrecken... in ihrem Haus... an ihrem Bett... Der Schock und die Hysterie hielten nur Sekunden an, doch die Zeit reichte für die vermummte Gestalt. Blitzschnell schloss sie zum Bett auf, packte den wulstigen Hals des Hausherren mit ihrer Linken, riss die andere Hand empor, die immernoch den Totschläger umklammert hielt, und ließ das Gewicht auf den kahlen Kopf des Lords hinuntersausen... wie eine Ogerfaust auf eine überreife Melone.
Das Schreien des Lords verkam zu einem erstickten Gurgeln, bis es schließlich verstummte und er in sich zusammensackte. Die immernoch geöffneten Augen trübten sich langsam, während das Blut aus der klaffenden Kopfwunde bereits die Kissen und Bettbezüge hellrot färbte. Doch die Gestalt war längst hinausgestürmt. Sie hatte sich im Vorbeihasten den Ledersack gegriffen und ihn dem Hausdiener ins Gesicht geschlagen, als dieser gerade die Zwischentüre zur Küche aufgestoßen hatte. Einer der Wachmänner hatte geschafft an der Ausgangstüre mit ihr auf zu schließen, doch er war nicht auf einen Kampf gefasst und immernoch angetrunken. Wäre es anders gewesen, hätte die Gestalt ihn wohl nicht zur Seite stoßen und mit einem Tritt aus der Balance reißen können - sondern wäre Opfer des großen Breitschwertes geworden, welches der Wächter ihr entgegen geschwungen hatte.
Sie hörte die lauten Schreie von Lady Bubenhaus, bemerkte wie überall in benachbarten Häusern Licht entzündet wurde und hörte das aufgeregte Rufen von anderen und wesentlich nüchteren Wachleuten. Doch als das laute Geräusche von schwerer Rüstung und blank gezogener Waffen die Villa Bubenhaus schließlich erreichte, blieben von der unbekannten Gestalt, dem Täter dieser Greueltat, nicht ein mal mehr die Echos ihrer hastigen Schritte im Sturm.
Die Sonne stand ungefähr in der Mitte des Himmels als Madame Zahide endlich Sturmwind erreichte. Sie hatte einen anstrengenden Fußmarsch hinter sich, denn keiner der Bauern aus den umliegenden Gehöften war bereit gewesen ihr ein Pferd zu leihen. Ihr Ruf in der Gegend war nicht gerade der beste und ein eigenes Pferd konnte sie sich nicht leisten. Außerdem hatte sie einen größeren Umweg in Kauf nehmen müssen, um nicht in die Nähe von Goldhain zu geraten. In dem Ort trieben sich in den letzten Jahren recht merkwürdige Gestalten herum…
Während ihrer Reise hatte sie Gelegenheit gehabt, sich noch einmal alles was sie wusste in Erinnerung zu rufen. Sie hatte in der Nacht zuvor einen dritten Traum gehabt, der ihr noch einige neue Bilder gezeigt hatte.
Sie war an einem ihr unbekannten Ort erwacht. Der Geruch nach Salz lag in der Luft und im Hintergrund hatte sie Meeresrauschen wahrgenommen. Vor ihr, in der tropischen Schwüle, lag eine kleine Ansammlung von Holzhütten, die durch Stege miteinander verbunden waren. Einige kleine, grüne Gestalten waren zu sehen. Sie näherte sich dem Ort und befand sich plötzlich im Inneren einer der Hütten. Sie schien leer zu sein. Nierika blickte aus dem Fenster in den dichten Dschungel, der direkt vor der Hütte begann. Stimmen unbekannter Tiere drangen an ihr Ohr. Wie hypnotisiert starrte sie in die flimmernde Hitze. Das plötzliche Geräusch leiser Schritte hinter ihr ließ sie herumfahren. Vor ihr stand eine dieser kleinen grünen Gestalten und blickte sie listig an. Wortlos öffnete die Gestalt ihre Hand auf der ein roter, glitzender Stein lag. Sie wollte ihn gerade fragen, wo sie sei, doch der Traum verweigerte ihr das Sprechen. Er wollte ihr nur zeigen.
Dann ein Schnitt: Sie stand in der Ecke eines anderen Raumes. Er war fast dunkel und wurde nur von dem schwachen Licht einer fast abgebrannten Kerze erhellt. Vier Gestalten saßen um einen Tisch und sprachen leise miteinander. Ihr verschwörerischer Tonfall ließ darauf schließen, dass sie etwas ausheckten. Sie konnte ihre Gesichter zwar nicht erkennen, doch eine der Gestalten war deutlich kleiner als die drei anderen. Ein Kind? Dann ein weiterer Schnitt auf einen Mann, der sich gerade ein Buch aus einem großen Regal nahm. Der Raum war groß und vollgestopft mit Dokumenten und Büchern. Vermutlich eine Bibliothek…doch wo befand sie sich?
Madame Zahide seufzte. Sie war in ihrem Leben noch nicht viel herumgekommen, sonst könnte sie einige der Bilder sicherlich besser einordnen.
Sie ging nun ein wenig schneller und endlich tauchten hinter einer Wegbiegung die mächtigen grauen Mauern Sturmwinds auf. Sie hatte fast das Tor erreicht, als sie plötzlich einen scharfen Brandgeruch wahrnahm. Sie dachte sich nicht viel dabei und ging zunächst weiter. Und dann hatte sie eine Vision, so lebendig und schrecklich wie selten zuvor: Ein Feuer war in der Kathedrale von Sturmwind ausgebrochen und hatte sich in Windeseile über die Stadt verteilt. Sturmwind, diese stolze Stadt der Menschen brannte! Bürger und Stadtwachen flohen in Panik oder verbrannten bei lebendigem Leibe in den züngelnden Flammen. Doch so schnell, wie dieses Bild gekommen war, verschwand es auch wieder.
Panik stieg in ihr auf während sie auf eine der Stadtwachen am Tor zulief. „Bringt mich…zu einem Verantwortlichen“, stieß sie hervor.
Noch immer blass im Gesicht und mit weichen Knien brachte man sie schließlich zu Majorin Setlina. Sie würde ihr alles erzählen. Doch würde man ihr glauben?
------------ Autor: Setlina
Die Sonne brannte durch die Hohen Baumkronen auf die Erde herab.Es war heiß....sehr heiß im Schlingendorntal....zu heiß.Setlina(Beatrix Malvor) Halev (Cyrus Callahan) und Ranger reisten verkleidet und mit ander Idantität nach Beutebucht,Die Wache hatte ein hinweis von einen anonymen bekommen der behauptet das wenn sie heute zur 19 Tagesstunde in Beutebucht sein würden sie denn Verbrechern die Lord Sinclair von Bubenhausen ausgraubt hatten auf die Schliche kommen....Selbst die Hellseherin bestätigte das das etwas in Beutebucht vor sich geht....
"Man....ist das heißßßßß....:WASSER!" schrie Beatrix mit geqäuler Stimme
"Du Gör nervst mich solangs! Halt endlich dein Verdammtes Mundwerk ! Du bist schlimmer als eine Horde Silbernen in einer Nekropole!" feixte der Mann
"Callahan....lass sie halt..."sprach Ranger der dicht neben Beatrix schritt.
"MAUL JETZT KLAR!"
Die Minuten...oder auch stunden verstrichen und unsere drei Wachen errechten Beutebucht...
"Boah erstmal ein Kühles Bier..." sprach Beatrix mit kraziger Stimme,ihre Gefährten Stimmten ihr zu...und ein Blick hoch zu Uhr die über der Stadt thronte zeigte Punkt genau 18:30 an.
"Weg kippen und dann suchen diesen Lederhändler....mal sehn was er zu sagen hat..." flüsterte Cyrus
Nach dem Bier....
"Sagt mal...wo ist überhaupt der der Lederhändler....."
"Hm....gute frage " flüsterte Beatrix ehe sie sich erhob " Suchn wir in einfach"
Die 3 Gefährten streiftn durch Beutebucht...vergebens....Eine Stunde,-Zwei Stunden,-Drei Stunden...bis dann
"He Schaumal eine Frau ! komm die fragen wir mal!" Brülle Cyrus Callahan und stampfte auf sie zu. "Eh Weib wir suchen einen gewissen Rikoiz...Lederhändler, die werte dame hinter sucht ein Tasche" "Wa....Ja....äh...tue ich Aye..."stammelte Beatrix und begann zu verstehn
" JA ihr...Drei kommt mal mit" sprach die junge Frau in roter Lederrüstung
Sie schritten auf die Oberste Ebene von Beutebucht,zu einem nicht dannach aussehenden Laden.
"Hier.....machts gut" Die junge Frau schritt von dannen und macht ein satz in das Nachbarhaus...wohl um zu lauschen.
Beatrix betrat denn "Laden" sie sah sich um als der Goblin sprach.
"He schöne Frau wie wärs mit der Tasche?"
Beatrix trat an denn Goblin heran und beugte sich zu ihm runter...
"Was weißt du über die Edelsteine" sprach die frau,leise....aber scharf - Der Goblin weitet seine zusammen gekniffen augen und sagte.
"Eh....ich weiß nix wollt ihr die tasche oder nicht?"
"Sicher weißt du was!Also mach deine Klappe auf!
"Nein! Ich schwöre!Tut mir nicht weh! Oder ich rufe die Haudrauf!"
Beatrix wurde sichtlich wütend,stellte sich dann aber wieder gerade hin und nahm riss dem Goblin die Tasche aus der Hand.
"HE!....ach was solls" seine worte klangen,als wollte er loslachen....seine Mundwinkel hoben sich leicht an.
"Ranger,Cyrus wir gehn.....man hat uns eine Falsche Information gegeben...."
Beatrix musterte die Tasche,jeden winkel,jedes kleinste Detail.....sie war schon das musste man sagen....dann öffnete sie die Tasche....
"Liebe Wache von Sturmwind,
Was macht ihr hier in Beutebucht! Ihr solltet lieber in der Stadt sein!
mit freundlichen Grüßen, Ein Ehrevoller Bürger"
"Man hat uns wirklich rein gelegt!"
Und sie brachen wieder nach Sturmwind auf...mit denn Greifen ---------- Autor: Sínclair
Zwielicht saß am Hafen und schaute auf die Schiffe hinab. Das rege Treiben faszinierte ihn. Ehrlich Arbeit. Ein kurzes, abfälliges Grinsen huschte über seine Lippen, denn seine "Tätigkeit" machte ihm weit mehr Spaß.
Es sprach sich herum, dass der dicke Adlige tot aufgefunden wurde. Zu gerne hätte er die schreiende Frau des Fettwanstes gesehen. Man sagte, dass sie eine wahre Augenweide sei, was seine Aufmerksamkeit natürlich erregte. Er würde sich die hübsche Witwe die Tage einmal ansehen. Vielleicht könnte er sie ja trösten?
Lauthals lachte er und atmete dann einmal tief durch. Sein Plan war genial gewesen und erheiternd dazu. Man nehme eine blinde Bettlerin, gebe ihr einen Mordauftrag in einem Umschlag, welcher vom Mörder abgeholt wurde. Blinde waren schlechte Zeugen und somit für ihn perfekt geeignet und so der Ausführende noch immer unerkannt. Man bringe noch eine Prise Habgier in Form von bunten Steinchen ins Spiel, locke die Stadtwache in den Dschungel und gab so dem Mörder einen Freibrief und weit mehr Bewegungsfreiheit in der Nacht, denn während die Wache sich bei den Goblins noch immer ärgerte, konnte der Täter in Ruhe den Schreihals und nervtötenden Fettsack von Bubenhaus um die Ecke bringen.
Schatten würde sicher stolz auf ihn sein, auch wenn die Anerkennung ihm wenig bedeutete. Er hatte seinen Spaß und sie waren ihrem Ziel ein Schritt näher. Das war alles was zähle…für ihn.
[ooc] Die Geschichten von Setlina und Fischer spielten gestern Abend und ungefähr zeitgleich, so dass die Absicht eines Ablenkungsmanövers sicher nicht zu übersehen sein sollte
Zudem wächst der Eintrag in der Wiki immer mehr, wir haben das 4.(!) Kapitel erreicht! Wahnsinn! *freu* Wir hoffen, es wird noch mehr! Scheut euch nicht auch Bilder zu euren Beiträgen in die Wiki zu packen
»Tellin, ich hab Angst!« Miara rieb ihre Finger aneinander - die Wärme, die dadurch entstand, konnte das klamme Gefühl jedoch nicht vertreiben, das sich in ihre breit gemacht hatte. »Mia, was is'n passiert? Du zitterst ja. Magst erstmal 'n Tee?« Tellins Stimme war freundlich und voller Mitgefühl. Miaras Herz sank. Ob sie ihn wirklich in die Sache mit reinziehen sollte? Sie atmete tief durch, roch Suppe, warmen Tee und - Tellin. Sein Geruch, herb, aber nicht übertrieben nach Schweiß, gehörte zum Armenhaus, in dem sie sich befanden, wie das leise Gebet zur Kathedrale. Sie fühlte, wie ihr die Röte in die Wangen stieg, senkte den Blick und räusperte sich. »Manchmal sitz' ich doch am Kanal und bettle. Da ist's besser, wenn 's wärmer is', als unterm Torbogen. Weißt, keiner bleibt steh'n, wenn's kalt is'. Und ... heute, war 'n Gnom da und hat was in meine Dose geworfen. Der war schon mal da, der Gnom, ich erkenn' ihn, weil er nach Schuhcreme riecht und nach Leder.« Sie fingerte an ihrer Tasche herum und holte einen kleinen Lederbeutel hervor, an dem ein Zettel befestigt war. Ihre Finger zitterten, sie reichte den Beutel Tellin und hörte, wie er ihn öffnete, dann knitterte Papier. Miaras Herz pochte in den Ohren. »Das is 'n Stein im Beutel, oder?« Ihre Stimme war leise, fast schon ein Flüstern. »Woah! Das is'n Edelstein! Mia, hast' das schon irg'ndwem gezeigt?« Sie schüttelte den Kopf. »Und auf 'n Zett'l hat wer drauf geschrieb'n, dass jemand dir das in die Büchse werf'n soll un' mit'm Kanalmonster gedroht, falls er 's nich' tut!« Miara zog den Kopf ein. »Ja, aber warum denn mir geben? Mir?«, fragte sie und ihre Stimme bebte. Sie kauerte sich zusammen. »Ich hab keine Ahnung, Mia – wir geh'n jetzt ne Wache such'n – un' dann bleibste bei mir, oder bei der Frau Zary, ich will nich', dass'de jetzt irg'ndwo auf der Straße hockst.« »Nein, nein! Das geht nicht, nicht zur Wache! Dann mein' die, ich hätt' ihn geklaut. Dann ham' die 'n Grund, dass sie mich weg von der Straße hol'n. Ich kenn die.« »Da hat wer was geplant. Mir bring'n den zur Wache, den Stein, un' dann kommst'de mit mir. Wenn'de den verkaufst verhaft'n se dich erst recht.« Miara schluckte. »Aber was ... was, wenn jemand kommt und der will den haben, den Stein, und ich hab' ihn nimmer?« »Dann bist'de nich da. Wir versteck'n dich. Die find'n dich nie!« Miara senkte den Blick. Tellin hatte Recht. Geld würde der Stein nie bringen, das stand fest. Behalten kam nicht in Frage – fänden ihn die Wachen bei ihr, würde sie noch tiefer in der Klemme sitzen. Blieb als nur zur Wache zu gehen und zu hoffen. »Du Mia, da is' noch was auf 'm Stein. 'n Zeich'n. Ich seh's jetzt erst.« Miara hob alarmiert den Kopf. »Was is da drauf? Was is auf dem Stein?«, fragte sie, und die Angst ließ ihre Stimme beben. »Ich kenn mich da nich' aus.« »Tellin, sag mir einfach, was drauf is'!« »'n großer Adler irg'ndwie, und 'ne Burg mit zwei Türm'n. Und morg'n geh'n wir zur Wache, du un' ich.« Miara nickte rasch.
-------- Autor: Sybille
Regen .. instinktiv zog sich Billie die Decke über den Kopf, an ihren üblichen Schlafstellen brachte dies wenigstens ein bisschen Schutz. Doch irgendwas war anders heute, der Regen klang entfernter, die Decke war weicher .. ein Grinsen huschte mit der Erinnerung über ihr Gesicht. Sie hatte ja wieder ein Zimmer, wieder das neben Romy, selbst wenn er zur Zeit nicht hier wohnte. Schnell tastete sie nach dem kleinen Beutel unter dem Kopfkissen, was ihr ein weiteres Glücksgefühl einbrachte. Huh, wann hatte sie das letzte mal so viel Geld besessen? Leise lachend räkelte sie sich in den Decken, den Vorabend in ihrem Geiste Revue passieren lassend ...
„Sag ihm, der Brief käme von dem Mann, der ihm Arbeit gab, die bis jetzt erledigt sein sollte.“ Dies waren die Worte ihres Auftraggebers. Groß, angenehme Stimme, das Gesicht unter einer dunklen Kapuze verborgen. Es klang einfach und die Bezahlung sehr verlockend. Verdammt, dafür ging sie sogar kurz nach dem verhassten Beutebucht!
Der beschriebene Goblin war schnell gefunden, die Worte gesagt, der Brief überreicht. Natürlich hatte sie ihn nicht gelesen, welch unnötiger Hinweis, wo sie doch gar nicht lesen konnte!
Danach ging alles nur noch drunter und drüber. Erst dieser Mann, Callahan, mit der hysterisch immer wieder seinen Namen schreienden Frau und einem weiteren Begleiter. Der Kerl wollte unbedingt wissen, wo ein bestimmter Goblin zu finden sei .. welcher zufälligerweise genau der war, dem sie den Brief hatte bringen müssen. Callahan und die Frau waren offensichtlich auf der Suche nach einem Rubin, aus welcher sie sich eine Kette machen wollte, und genau der Goblin sollte so einen wohl haben. Nun ja .. für ein Gold und eine Mahlzeit zeigte sie ihm sogar den Weg, schließlich war der Mann sehr nett und er tat ihr auch ein wenig leid, gestraft damit, auf dieses kreischende Gör aufzupassen.
Dank ihrer Neugier und dünner Wände der Häuser wusste sie kurze Zeit später etwas mehr. Ein Rubin ward nicht gefunden, dafür jedoch eine sündhaft teure Tasche gekauft .. irgendwie ließ sie das Gefühl nicht los, dass ihre überbrachte Nachricht auch etwas damit zu tun hatte ..
Mit diesem Gedanken lief Billie der nächsten eigenartigen Truppe in die Arme. Zwei Männer und eine resolute Elfe .. der eine Mann stattlich, freundlich, der andere – wie sich später herausstellte – ein ungeübter Schleicher, jedoch mit einem gewissen Charme. Die Neugierde der dreien bei dem Wort Rubin war nicht zu übersehen, und die Information, dass sich eine mysteriöse Nachricht jetzt wohl in den Händen von Callahan samt Anhängsel befand brachte ihr zwei weitere Goldstücke ein. Unwichtig, dass sie gar nicht genau wusste, ob die beiden tatsächlich die Nachricht hatten .. hach .. Romy wäre stolz auf sie!
Eigentlich witzig, so ohne überhaupt „irgendwas“ zu wissen so viel Gold einzuheimsen .. zusätzlich zu dem sowieso schon verdienten. Offensichtlich herrschte hier in Beutebucht eine große Verwirrung und jeder suchte irgendetwas. Billie lächelte ob ihrer Dummheit, denn erst spät kam ihr der Einfall, WAS denn alle suchten. Beinahe ärgerte sie sich, dass sie den Brief nicht Romy gezeigt hatte. Ach was solls, sie hatte jetzt genug Gold für Wochen, ein Zimmer und sogar etwas Spaß gehabt.
Mit dem Gedanken an den verschreckten, schüchternen Jungen von gestern abend fiel Billie nochmals in einen leichten Schlaf. Sie hatte alle Zeit der Welt! -------- Autor: Cuardo
Sich den Bart reibend saß der alte Mann am Pier. Er gähnte etwas und versuchte seine Gedanken zu Ordnen. Eine Bettlerin hatte einen dieser Steine in die Hand gedrückt bekommen. Einer von den Steinen dieses fetten Lords. Gut, der Lord war tot. Aber sowas von. Wutschnaubend trat er nach einer Kiste, diese ruckte kurz wenige Zentimeter. Er war nicht wütend, weil der Lord tot war. Der war ihm egal. Nein, es wurmte ihn dass die Diebe und Mörder eine blinde Bettlerin für ihr Spiel missbrauchten. Das gefiel ihm nicht, ganz und gar nicht. Aber er schmunzelt auf einmal. Denn er wusste, eines war sicher. Egal wer der Haufen von Verrückten war, egal was für ein spiel sie treiben: Sie werden ihm alle ins Netz gehen. Keiner hat hat seit dem bestehen der Roten Linda einen Bettler in gefahr gebracht und überlebt. Dem Zorn einer Tradition die über tausend Jahre besteht, entrinnt man nicht. ------------
Autor: Reia
»Mia, hast'de schon irg'ndwas gemacht?« Tellin klang aufgeregt und Miara knetete die Hände im Schoß. Ihre Finger fühlten sich klamm an, obwohl die Sonne noch schien. Ob sie Tellin erzählen sollte, dass sie sich entschlossen hatte, alleine zur Wache zu gehen? Tellin hatte schon genug für sie getan, und die Sache mit dem Stein, den man ihr zugesteckt hatte – die musste sie alleine schaffen. »Nein, ich hab noch nichts gemacht. Aber das macht mich ganz verrückt. Ich hör' überall Geräusche und denk', da is' wer.« Tellin sagte eine Weile nichts, dann seufzte er. »Ich hab heut was mitbekomm'. Ich weiß, wo das Ding her is'.« Tellin flüsterte nun, trotzdem drangen die Worte wie Donnerschläge in ihr Bewusstsein. »Du hast was 'rausgefunden?«, fragte sie. »Da is'n Schiff im Haf'n, mit Leut'n, die ich kenn'. Die hab ich gefragt.« Die Linda! Miara wurde übel. »Ich war schon 'mal beim Schiff, und ... ich will da nie wieder hin«, sagte sie. »Und warum nich'?« »Die ham' mich vertrieben. Der eine hat sogar sein Schwert gezogen, glaub ich. Das sin' alles Verbrecher un' Schurken.« »Hm ... un' wenn ich da für dich hingeh'? Ich war schon mal dort.« Miara schüttelte den Kopf. »Nein, mag nich', dass dir was passiert – mag nich', dass du da hingehst.« »Eh, die denk'n jetzt eh, ich hätt' das Ding oder hab's geseh'n. Steck' da eh schon mit drin.« »Scheiße! Echt?« »Ja - is' meine Schuld. Ich hab versucht, was rauszufind'n und war zu neugierig dabei.« Miara barg das Gesicht in den Händen, schluchzte leise. Das hatte sie nicht gewollt! Sie hatte doch nur mit Tellin reden wollen, aber jetzt war auch er in Gefahr. Dann fühlte sie Tellins Hand, er strich ihr Strähnen aus dem Gesicht, und ebenso schien ein kleiner Teil ihrer Angst zu verschwinden. »Wir find'n 'n Weg ... irg'ndwas.« Miara lehnte sich an ihn, unfähig etwas zu sagen. Das war alles nicht fair. Und jetzt ließ sie sich auch noch von Tellin trösten. Bei all der Wärme, die sich dabei in ihrem Herzen bildete, wusste sie, wenn sie ihn schon mit reingezogen hatte, mussten sie gemeinsam wieder raus. Und das bedeutete, sie musste jetzt stark sein und sich nicht wie ein kleines Mädchen an seiner Schulter ausheulen. Sie zog die Nase hoch, setzte sich auf, räusperte sich und wischte sich mit dem Handrücken übers Gesicht. »Wen kennst'n du da auf'm Schiff?« Ihre Stimme zitterte, aber Miara versuchte, beherrscht und sicher zu klingen. »'nen Kerl mit so'm komisch'n Akzent.« »Mit 'nem Akzent? Das is' der, der mich vertrieb'n hat.« Miaras Hoffnungen sanken. »Das sin' Gauner, Tellin. Wenn die wissen, dass du den Stein hast - die werd'n ihn hab'n woll'n.« »Ich würd' auch immer noch lieber zur Wache gehn, Mia.« »Nä, das is' nich' gut«, antwortete Miara. »Wir könn' nich' zur Wache. Die dreh'n uns was draus, wenn sie woll'n. Außerdem sin' dann die Leute vom Schiff sauer, weil, du hast es den' ja erzählt, das vom Stein. Was meinst, was die sagen, wenn sie wiss'n, dass wir zur Wache sin'? Wir müss'n zum Schiff, geht nich' anders.« »Bist'de ganz sicher?« Miara nickte.
***
Der Weg zum Hafen war eine endlose Aneinanderreihung von Treppen. Miara hasste Treppen. Warum konnte man nicht Rampen bauen? Oder wenigstens ein Geländer an den Rand, wenn es schon Treppen sein mussten. Sie hatte ständig Angst, sie würde über den Rand in den Tod fallen. Ohne Tellin hätte sie den Weg sicher nicht gewagt, aber das sagte sie ihm nicht. Er sollte denken, dass sie auch Verantwortung trug. Er was so nett zu ihr, immer, und sie wollte ihn unter keinen Umständen ausnutzen. Schließlich erreichten sie das Schiff, Miara roch Salz und Tang und hörte die Möwen kreischen. Diesmal wurden sie ohne Probleme vorgelassen, der Mann mit dem seltsamen Akzent stellte sich als der Kapitän vor und führe sie gar in seine eigene Kajüte. Miara drückte Tellins Arm fester. Danke, Tellin, dass du da bist!, dachte sie bei sich. In der Kajüte roch es nach altem Holz und Pergament, vielleicht von Seekarten. Ob der Kapitän las? »Setzt'e euch, und'e keine Angst'e. Egal, was ihr sagt'e, das verlässt'e nicht diese Raum'e.« Miara fühlte, wie Tellin sie sanft an einen Stuhl führte. Sie setzte sich und erzählte dem Kapitän von dem Gnom, der nach Schuhcreme roch und davon, wie sie an den Stein gekommen war. Sie ließ auch nicht aus, wie sie mit Tellin überlegt hatte, zur Wache zu gehen. Nachdem sie geendet hatte, schwieg der Mann eine Weile und Miara hörte eine endlos lange Zeit ihr Herz in den Ohren pochen. »Also war'e der Gnom'e nur ein Handlanger'e«, stellte er schließlich fest. »Wo ist'e die Beutel'e und die Zettel'e?« Miara holt ihn hervor und streckte die Hand aus – sie hatte Angst, der Zettel könnte herunterfallen, so sehr zitterte sie. Mit der anderen Hand klammerte sie sich an Tellin. Wie ein kleines Mädchen!, schalt sie sich. Der Kapitän kam näher, nahm den Beutel und öffnete ihn. Die Dielen knarrten unter seinen Füßen. Schließlich legte er den Stein samt Beutel wieder in Miaras Hand. »Ihr macht'e jetz' Folgendes'e: Ihr nehmt'e den Beutel'e und versenkt'e diese ganze Dreck'e in die Hafen'e.« Tellin räusperte sich und fragte: »Un' dann is's sicher? Also dann kommt keiner mehr un' will den von ihr zurück hab'n?« »Sie werden'e zu ihr'e kommen'e. Irgendwann'e. Darum wird'e sie unter'e Schutz gestellt'e. Das heißt'e, sie wird'e immer'e von eine Auge von diese Schiff'e begleitet'e. Aber ich denke nicht'e, dass die so dumm'e sein werden'e.« »Warum tut'n irgendjemand sowas überhaupt? Ich mein, was soll'n die Mia mit'm Stein mach'n?« »Sie wollen'e meine Aufmerksamkeit'e.« Nach den Worten verließ der Kapitän die Kajüte und Tellin erhob sich ebenfalls, führte Miara nach draußen, runter vom Schiff und zurück in den Hafen. Während all der Zeit schwieg Miara. Aber innerlich war sie aufgewühlt, und der eine Satz des Kapitäns hallte in ihrem Kopf immer wieder: Sie werden'e zu ihr'e kommen'e. Irgendwann'e.
***
Die Insel war recht klein, reichte eigentlich nur für ein Gebäude. Feiner Sand lag überall herum und hin und wieder hörte man ein Schiff vorbeifahren, dann stoben die Möwen auf und es gab ein lautes Kreischen, das sich erst nach Minuten wieder legte. »Das sin' die groß'n Schiffe, die fahr'n in Nord'n«, hatte Tellin ihr gesagt. Miara hatte nur gestaunt. Was Tellin alles wusste! Alles hatte er ihr auf dem Weg hierher erklärt, wie die Schiffe funktionierten, die mit dem Rad am Ende, wie es sich drehte – dass man Schiffe an Land baute und dann ins Wasser ließ, und wie ein Ruderboot funktionierte. Jetzt saß sie hier, neben Tellin, allein, und ihr Herz schlug bis zum Hals. Ob der Grund dafür war, dass sie den Stein bald los sein würde? Oder ob Tellin der Grund war? Sie bat ihn darum, den Stein so weit er konnte zu werfen. Mit einem leichten Platschen versank der verhasste Diamant im Meer und Miara würde ihn hoffentlich nie wieder sehen. Falls man sie auf der Straße fand und nach dem Stein fragte, würde sie angeben, ihn nie besessen zu haben. Auf dem Heimweg lachten sie viel, Tellin und sie. Zufällig langte sie in die Tasche und fühlte den Lederbeutel, der nun leer war. Ach, der wird mir schon nicht schaden. Ich werde ihn irgendwann wegwerfen, wenn niemand zuschaut, dachte sie und fühlte Wärme in ihrem Herzen aufsteigen, als sie leichtherzig neben Tellin zurück ins Armenhaus schritt.
--------- Autor: Eik
Der Tag hatte so gut begonnen... Rythmisch hallten die schnellen Schritte welche seine nackten Fußsohlen auf dem blanken Kopfsteinpflaster Sturmwinds verursachten, von den steinernen Wänden des kurzen Tunnels wieder. Gefüllt mit Adrenalin pumpte sein Herz unablässig Blut in die erschöpften Muskeln, während es ihm in schnellem Takt gegen seine Brust donnerte. Aber er konnte nun nicht einfach stehen bleiben, sich mit dem Rücken an die nächstbeste Mauer lehnen und verschnaufen. Nein, er musste weiter. Weitersuchen. Verhindern was verhindert werden konnte und Retten was noch zu retten war. Noch vor wenigen Stunden war die Welt, seine kleine Welt, völlig in Ordung gewesen. Nichts war schief, einmal verlief alles bestens.
Es war später Nachmittag gewesen, während die Sonne wie ein glühend roter Feuerball am orange gefärbten Himmel über Sturmwind stand und die gold glänzenden Dächer des Kathedralenviertels sich im Lichte des Taggestirns sonnten. Die Luft war klar und rein und man konnte schon deutlich den Abendwind schmecken, eine leichte Brise welche ein wenig die salzige und von Seetang geräucherte Luft des Hafens herüberwehte. Eik stand, wie schon so oft, in einem dezenten Abstand zum Waisenhaus. Die Augen aufmerksam geöffnet und den Kopf leicht gereckt stand er da und musterte die Szenerrie, welche sich dort auf dem Aufgang des Waisenhauses abspielte. Irgendjemand hatte dort wohl einen Leinensack, befüllt mit einem Kind, vor der Türe abgestellt. Noch eine Nervensäge mehr, die dann hier herumrennt, hatte er leise bei sich gedacht und geseufzt ehe ihn jemand von hinten ansprach. Ja, bis zu dieser Sekunde. Bis zu diesem Augenblick war der Tag noch in Ordnung gewesen. Er zuckte kurz erschrocken zusammen, um dann hastig herumzufahren und sofort denjenigen ins Auge zufassen, welcher ihn so erschreckt hatte. Er atmete erleichtert durch seine zusammengebissenen Schneidezähne aus, was ein leicht pfeifendes Geräusch erzeugte, als er Sida vor sich stehen sah. Es kam ihm fast so vor, als würde sie sich jedesmal königlich darüber amüsieren ihn so erschrecken zu können. Der Wahre Schreck jedoch, sollte erst noch kommen. Es war nämlich die Geschichte, welche Sida ihm erzählte. Eine Geschichte von einem Mord, welcher wohl erst vor ein paar Tagen geschehen war. Tod hatte man das Opfer aufgefunden, erschlagen in seinem eigenen Bett zwischen weichen Kissen und Daunen. Eine Geschichte, bei der sich Eiks Gedärme zusammenzogen und verknoteten. Fast schon, so kam es ihm vor, konnte er den metallenen Geruch des Blutes riechen und den Armen Kerl vor sich sehen. Und dann der Gedanke daran, das der Täter noch frei herumlief... Er fühlte wie ihm kalter Schweiß seinen schmalen Rücken hinunterrann und ihm das Blut aus dem Gesicht wich, sodass er ordentlich bleich um die Nase wurde. Schlagartig fielen ihm tausende potentielle Mörder ein. Fremde Leute welchen er von Grund auf mit Misstrauen gegenübertrat. Da war zum Beispiel dieser eine Adelige Kerl, welcher ihn und Reia des Diebstals bezichtigen wollte. Reinlegen wollte er sie, beim Käpten anschwärzen und bei Willowby auch. Fast war ihm dies gelungen, aber am Ende war er derjenige gewesen welcher dumm dastand. Ja, fast hätte dieser Adelige es geschafft gehabt das Er selbst und auch Reia aus der Gemeinschaft .... Ihm kam es so vor, als würde sich sein Magen auf Stecknadelkopfgröße zusammenziehen. Er musste wohl auch ziemlich blass werden im Gesicht und einen recht nervösen Blick bekommen, wenn man der besorgten Mimik von Sida nach ging. Rassend schnell schoß es ihm nun durch den Kopf, ein Gedanke. Ein Zusammenhang. Eine Sache, welche für jeden anderen sicherlich mehr als nur weit hergeholt war, ihm aber ganz logisch erschien. Dieser Adelige, mit den Äpfeln. Der Ihn und Reia herreinlegen wollte. Hatte immer von Macht und Geschäften geredet... der wollte sich rächen. Ganz bestimmt. Für die Äpfel! An Ihm! Und dieser Tote, war bestimmt ebenfalls jemand gewesen an dem sich dieser Verrückte rächen wollte. Ihm kam übles in den Sinn, dunkle und finstere Gedanken. Er hatte sie gestern schon nicht gesehen... Heute auch nicht.
Wie ein Blitz hatte ihn dieser Gedanke durchschlagen und seitdem nichtmehr losgelassen. Für ihn gab es keine Zweifel und solange er sie nicht finden und sich vom Gegenteil überzeugen konnte... Solange würde er sie suchen. Denn allein schon der Gedanke, dieses nagende und **#@*!nde Gefühl der Sorge das in ihm wohnte, lies Eik keine andere Wahl als zu rennen und zu suchen. Er war aus dem kurzen Tunnel wieder draussen und bog mit rudernden Armen scharf nach rechts ab. Er hörte empörte Rufe von aufgebrachten Bürgern, welche er angerempelt oder sogar fast umgerannt hatte. Hell und hoch stand schon die silberne Scheibe am schwarzen Himmelszelt. Er würde suchen bis morgen früh. --------
Autor: Dominos
Dominos seufzte und klopfte dann sanft gegen die verschlossene Tür.
"Lady von Bubenhaus?"
Der Butler wartete einen Augenblick, und als keine Antwort erfolgt klopfte er erneut. "Lady von Bubenhaus, bitte, lasst mich eintreten. Ihr habt euch nun schon sein über einem Tag hier eingeschlossen – bitte, wir machen uns grosse Sorgen um euch. Öffnet bitte jetzt die Tür, sonst werde ich sie aufbrechen lassen."
Zwei Diener standen neben Dominos und blickten genau so besorgt wie er auf die kunstvoll geschnitzte Eichentür. "Lady von Bubenhaus, sagt uns bitte, ob es euch gut geht!" Dominos flehte vor der Tür um ein Lebenszeichen. Diesmal hatte er sich entschlossen, nicht wie Tags zuvor nachzugeben.
Die Frau im Zimmer schien seine Entschlossenheit zu spüren. Nach einer scheinbar unendlichen Wartezeit waren leise Geräusche aus dem Zimmer zu hören. Die Tür wurde aufgeschlossen und Dominos sah sich seiner Dienstherrin gegenüber. Allerdings war sie kaum zu erkennen. Die sonst stets sorgfältig gekleidet, frisierte und geschminkte Frau wirkte um mindestens 15 Jahre älter, das Haar völlig zerzaust, die Augen gerötet und das Gesicht aufgequollen. Dominos bewahrte seine ruhige, distanzierte Haltung wie üblich. "Lady, ich rufe euch ein Mädchen, das euch beim Ankleiden behilflich sein wird." Sie trug einen Morgenmantel und darunter ein Nachthemd – allerdings nicht mehr das, welches zwei Nächte zuvor mit dem Blut ihres sterbenden Mannes verspritzt worden war. Dominos nickte einem der Diener zu, der sofort loslief, um eines der Dienstmädchen zu holen.
Der Butler öffnete derweil die Vorhänge.
"Dominos, hör zu, ich habe nachgedacht." Überrascht drehte er sich um. Die Stimme der Frau klang erstaunlich klar und entschieden. "Ja, Lady von Bubenhaus?"
"Sinclair hatte das Kopfgeld ausgesetzt, damit man die Diebe der Edelsteine findet. Er war sich ausserdem sicher, dass es sich nicht um zufällige Einbrüche handelte, sondern dass hier jemand gezielt gegen den Adel von Sturmwind vorgeht. Mein geliebter Sinclar…." Jetzt drohte ihre Stimme wieder zu brechen, aber sofort straffte sie ihre Schultern und blickte ihren Butler offen an. In den Augen schwammen Tränen, doch das Zittern in der Stimme verschwand wieder. "Die Mörder fürchteten sich wohl vor den Kopfgeldjägern und haben ihn deshalb getöet. Aber das wird ihnen leid tun. Ich werde sein Werk fortführen. Ich werde die Belohnung erhöhen. Wer den Mörder meines Mannes findet, wird 1800 Goldstücke von mir erhalten. Jeden Hinweis, der zu den Dieben und Mördern führt, wird belohnt. Aber die Diebe und Mörder sollen leben. Sie sollen mir in die Augen blicken und ich will sie sehen, wenn sie den Urteilspruchs des Gerichts hören. Informiert die Leute. Hängt Flugblätter in der Stadt auf. Kümmert euch darum, Dominos!"
Der Butler nickte. Er hielt es für eine gefährliche Idee, aber er widersprach Anweisungen seiner Dienstherren nie. "Ich werde mich darum kümmern, Lady von Bubenhaus."
"Danke, Dominos. Ich werde mich nun anziehen und etwas essen. Und danach muss ich damit beginnen, die Abdankungsfeier in der Kathedrale vorzubereiten. Sinclair soll wenigstens eine angemessen Bestattung erhalten. Im Kurier muss eine Todesanzeige erscheinen und er muss dort auch in einem Nachruf gewürdigt werden."
Als der Butler ihr Zimmer verliess, verspürte er Bewunderung für die Witwe. So zierlich und zerbrechlich sie auch immer gewirkt hatte – es schien ein eiserner Wille und Kraft in ihr zu stecken, die erst jetzt zum Vorschein kamen. Er informierte zuerst die Küche darüber, dass sie eine Mahlzeit für die Lady vorbereiten sollten und liess dann einen Diener rufen, der des Schreibens mächtig war und erkärte diesem, dass er Flugblätter zu gestalten habe.